Kinderfilmpreis
Im Film „Tiger Esani“ begleiten wir einen mutigen fliegenden Tiger auf einer großen Reise. Esani lebt zuerst in der Wüste – doch sein Herz sagt ihm: Ich möchte zurück zu meiner Familie nach Deutschland. Also macht er sich auf den Weg.
Auf seiner Reise erlebt Esani viele Abenteuer. Er hilft einem Löwen, begegnet Monstern, bekommt zur Belohnung Pizza, fliegt über Amerika und reist bis nach Europa. Das ist wie in einer echten Heldenreise: Ein Held bricht auf, erlebt spannende Dinge, hilft anderen – und am Ende kommt er wieder nach Hause. Dort wartet schon seine Familie, und alle feiern ein großes Fest, weil Esani wieder da ist. Am Ende schnarchen alle glücklich und vereint im gemeinsamen Zuhause.
Zwei Kindergartengruppen haben sich hier gemeinsam überlegt, wie die Geschichte von Tiger Esani aussehen soll. Sie haben Figuren und Hintergründe gemalt, Szenen geplant, ganz viele Fotos durch Stop-Motion in Bewegung gebracht und sogar die Geräusche, Stimmen und Musik selbst gestaltet. Aus den Bildern ist am Ende sogar noch ein Bilderbuch entstanden.
Man sieht in diesem Film ganz deutlich, wie viel Fantasie, Geduld und Teamarbeit darin stecken. Die bunten Bilder, die lustigen Ideen und Überraschungen im Film – und die vielen kleinen Bewegungen der Figuren und Motive zeigen, wie sorgfältig und kreativ ihr gearbeitet habt.
Liebe Kinder: Ihr habt euch eine tolle Geschichte ausgedacht, sie mit euren Händen erschaffen und ihr Leben eingehaucht. Das ist wirklich großartig. Ein riesiges Lob für eure Fantasie und Kreativität, eure Freude am Erzählen und für all die vielen kleinen Details, die den Tiger Esani auf seiner Reise so lebendig machen.
Kategorie 2
The Castle in the Woods Was als scheinbar mutige Übernachtung am verlassenen Schloss beginnt, entwickelt sich in „Castle in the Woods“ ziemlich schnell zu einer Nacht, die man lieber nicht erlebt hätte: Eine Gruppe Jugendlicher schlägt ihr Lager auf – doch als mitten in der Dunkelheit der kleine Bruder spurlos verschwindet, wird aus dem Abenteuer ein handfester Albtraum.
Dieser großartige Horror-Film zeigt in jeder Szene, wie viel Spaß, Kreativität und Mut zum Genre in diesem Projekt stecken. Besonders gelungen ist, wie lebendig die Gruppe der Figuren erzählt wird und wie die unterschiedlichen Perspektiven der Kinder die Geschichte immer weiter vorantreiben. Gleichzeitig spielt der Film gekonnt mit den Regeln des Horror-Genres: mal richtig gruselig, dann wieder mit Humor und Ironie, wenn bekannte Gruselklischees charmant auf die Schippe genommen werden.
Auch filmisch hat „Castle in the Woods“ einiges zu bieten: starkes Framing, ein beeindruckendes Color Grading und eine ganze Reihe kreativer Effekte sorgen für einen visuell sehr starken Look. Die Musik baut die Spannung wunderbar auf – von unheimlichen Momenten bis hin zu herrlich witzig inszenierten Klavierpassagen. Dazu kommen atmosphärische Drohnenaufnahmen und erstaunlich professionell umgesetzte Day-for-Night-Szenen – also Nachtaufnahmen, die tatsächlich am helllichten Tag gedreht wurden.
Ein großes Kompliment an das gesamte Team zu diesem gelungenen Film. Herzlichen Glückwunsch zum Preis – und wir sind jetzt schon sehr gespannt auf eure nächsten Projekte.
Kategorie 3
Mit dem Satz und der Hoffnung „Heute wird anders“ startet der gleichnamige Film. Ein Film, der uns nicht schont – und genau darin seine Stärke entfaltet. Der Film begleitet eine Gruppe junger Menschen durch einen einzigen Tag – einen Tag, an dem vieles schiefläuft. Doch was wir sehen, ist mehr als eine Abfolge missratener Entscheidungen: Es ist ein Blick in Lebensrealitäten, die oft übersehen werden.
Die Jugendlichen wurden von professionellen Filmschaffenden begleitet, waren jedoch aktiv im gesamten Gestaltungsprozess tätig – und haben vor allem das Drehbuch selbst verfasst. Ihre Sprache, ihre Gedanken, ihre Erfahrungen prägen diesen Film authentisch und unmittelbar. Man spürt in jeder Szene, dass hier nicht über sie gesprochen wird, sondern dass sie selbst sprechen.
Die Kamera fängt die Stimmung eindrucksvoll ein. Viele Großaufnahmen der Gesichter lassen uns ganz nah herankommen. Dazu kommt ein Sound, der die Stimmungen verstärkt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Der Film entschuldigt nichts – aber er erklärt. Er zeigt, woher die Wut kommt. Die Jugendlichen sind in diesem Film nicht Täter oder Opfer – sie sind Menschen.
Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team von „Heute wird anders“ für den Preis in der Kategorie 3! Stellvertretend für die vielen jungen Menschen danken wir Serhat, Kaan und Fadailou, außerdem STABIL e.V., dem Kinder- und Jugendtreff Zeugnerhof und dem KJR München-Stadt für das großartige Projekt.
Kategorie 4
Wer bin ich? Wie sehr werde ich von außen definiert? Und woher weiß ich, wer ich bin und was nur andere in mir sehen? Der Film PAULINA ist eine spannende Auseinandersetzung mit Fremdprojektionen und Identitätsfindung. Das Team um die Regisseurin und Drehbuchautorin Diana Mkrtchian erzählt von diesen nicht nur für junge Erwachsene grundlegenden Fragen anhand der Schauspielerin Paulina, die bei verschiedenen Castings vorspricht und scheitert. Mal schlägt ihr unverhohlene Herablassung entgegen, dann oberflächliche Exotisierung. Schließlich wird sie angewiesen: „Sei nicht du selbst, vergiss wer du bist.“ Paulina wird zur reinen Projektionsfläche für die Vorstellungen der Regisseur*innen degradiert. Zum Glück lässt sich ihr „Ich“ aber nicht unterkriegen und fordert, gesehen zu werden.
Das große Engagement des Filmteams in dieser aufwändigen Produktion wird an jeder Stelle deutlich. Das schlaue Drehbuch mit präzisen Dialogen, das sein Thema in Passagen aus Theaterstücken spiegelt, erlaubt einen vielschichtigen Zugang, der die subtilen Ebenen der Bewertungen und umfassenden Erwartungen reflektiert, die insbesondere an junge Frauen gerichtet werden.
Kategorie 5
Das 16-köpfige* Team um Mori Möhwald nimmt uns auf eine Reise voller Überraschungen mit und begeistert dabei mit einer Geschichte, die einen tiefen und berührenden Kern hat. Freundschaft und Einsamkeit stehen sich darin als zentrale Themen gegenüber und werfen wichtige Fragen auf: Was passiert, wenn sich jemand plötzlich allein fühlt und keinen Anschluss mehr findet? Wie weit würden Menschen gehen, um neue Freundschaften zu finden? Und wann wird das vielleicht zu viel oder überschreitet sogar Grenzen?
All diese Gedanken, die in unserer heutigen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen, verpackt der Film in einem einfachen, aber liebevoll gestaltetem Set- und Kostümdesign. So entsteht eine eigenwillige, spielerische Ästhetik, die sofort verfängt und Spaß macht. Gleichzeitig bricht die Handlung aber immer wieder charmant mit den Erwartungen der Zuschauenden und hält die Aufmerksamkeit damit hoch.
Durch die fortwährende Verflechtung von Humor und ernsten Themen wird „Blibsi + Freund*innen machen ein Festlandabenteuer“ ein rundum starker Film, der mit viel Wärme sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken anregt.
Sonderthema Gerechtigkeit
Der Film „Kunst zum Anfassen“ nimmt uns mit in die Münchner Pinakothek der Moderne – aber aus einer Perspektive, die man so selten sieht. Elias Bodendorf nähert sich seinem Lieblingsmuseum unvoreingenommen und persönlich. Mit viel Neugier zeigt er, was ihn an Kunst und an diesem Ort begeistert.
Statt – wie so oft – die großen Ausstellungen oder die Stimmen der Kuratorinnen in den Mittelpunkt zu stellen, richtet der Film den Blick auf etwas anderes: auf Menschen, die Kunst vermitteln und zugänglich machen. Eine junge FSJlerin sowie ein Künstler und Kunstpädagoge erzählen von ihrer Arbeit und davon, wie Besucherinnen selbst kreativ werden können. Workshops, Mitmachangebote und Ferienprogramme zeigen: Kunst ist nicht nur zum Anschauen da – man kann sie auch erleben und selbst gestalten.
Gerade darin liegt auch die besondere Stärke dieses Films. Er erzählt nicht nur von Kunst, sondern auch von Gerechtigkeit im kulturellen Sinne: von der Idee, dass Kunst für alle Menschen zugänglich sein sollte. Nicht nur für Expert*innen, nicht nur für ein bestimmtes Publikum, sondern für alle, die neugierig sind. „Kunst zum Anfassen“ macht genau diesen Gedanken sichtbar – Kunst als Raum der Teilhabe.
Damit führt der Film einen schönen Perspektivwechsel vor. Er zeigt leicht und sehr sympathisch, was ein barrierefreier Zugang zu Kultur bedeuten kann – und warum kulturelle Teilhabe eine Frage der Fairness und der Gerechtigkeit ist.
Gedreht wurde ganz unkompliziert mit dem Smartphone – ein schönes Beispiel dafür, dass gute Ideen wichtiger sind als große Technik.
Und wie der Titel des Films schon verrät, trägt auch dieser Film selbst dazu bei, Kunst zugänglicher zu machen. Er zeigt: Kunst gehört allen Menschen – und manchmal reicht ein neugieriger Blick, eine Kamera und ein gutes Team, um genau das sichtbar zu machen.
Herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungenen Film.
Besondere Anerkennung (Kategorie 1)
Schon der wunderbare Titel „Kuscheltierchaos“ verrät: In diesem Film wartet ein großes, lustiges Durcheinander auf uns. Und genau so beginnt die Geschichte: In der Klasse 2hG soll es einen Kuscheltiertag geben. Doch die Lehrerin findet, dafür ist keine Zeit. Die Enttäuschung bei den Kindern ist groß. Plötzlich passiert etwas Unglaubliches: Die Kinder verwandeln sich nach und nach in Kuscheltiere!
Nur vier Kinder bleiben übrig. Ausgerechnet die, die den Kuscheltiertag vorher noch ein bisschen albern fanden. Die Lehrerin ist völlig überfordert, die Schulleiterin holt ein Forschungsteam – und sogar die Presse berichtet über das geheimnisvolle Kuscheltier-Phänomen. Was für eine aufregende Geschichte!
Besonders toll ist, wie diese Geschichte aufgebaut ist. Es gibt viele verschiedene Szenen: in der Klasse, bei den Forschenden und sogar mit der Presse. Dadurch fühlt sich der Film fast wie ein richtig großer Kinofilm an. Hier haben sich viele Kinder gemeinsam eine spannende und lustige Geschichte ausgedacht.
Und dann kommt die große Entdeckung: Kuscheln ist die Lösung! Eine einfache, warme und sehr schöne Botschaft. Manchmal brauchen wir gar keine komplizierten Experimente – manchmal hilft einfach ein bisschen Nähe und Freundschaft.
Ein großes Kompliment an euch alle: für eure tolle Idee, für das fantasievolle Drehbuch, für euer mutiges Schauspiel, eure Arbeit hinter der Kamera und für die vielen Szenen, die euren Film so lebendig machen. Und wir merken uns: Ein bisschen Kuscheln wirkt manchmal Wunder.
Besondere Anerkennung (Kategorie 2)
Es solle nur eine kleine Reise nach Deutschland werden und sie bald wieder in die Ukraine zurückkehren sagt die Mutter der damals 9-jährigen Dascha, als sie die Tür hinter sich zugesperrt und ihr Zuhause in Odessa verlassen haben – ohne sich von jemandem zu verabschieden.
Doch der vermeintlich kurze Urlaub und auch der schreckliche Krieg in der Ukraine dauert nun schon mehr als 4 Jahre…Und ein Ende ist nicht abzusehen…
Mit großer Neugier nähert sich die Filmgruppe des Städtischen Käthe-Kollwitz-Gymnasiums ihrer neuen Mitschülerin Dascha. Dascha wiederum erzählt sehr offen und unverstellt von ihrem Leben in der Ukraine, ihrer Flucht und ihren Erinnerungen an die Ankunft in München, das zu einem zweiten Zuhause geworden ist.
Neugierde, Interesse füreinander und aneinander, Offenheit für andere Menschen und andere Lebenswelten – das ist der soziale Kitt und der Schlüssel für ein gelingendes Miteinander.
Aus der Neugierde am Leben einer neuen Mitschülerin ist ein berührender Film mit emotionaler Tiefe und klarer Haltung geworden, aus Daschas Neugierde auf ein anderes Land ein neues Leben fernab des Kriegsgeschehens, in einem sicheren Umfeld, in einer neuen Schule – ganz ohne Schuluniformen.
Der Dokumentarfilm DASCHA ist überaus sensibel beobachtet, die poetische Bildsprache ist sehr gelungen und die gekonnt eingesetzten Papier-Animationen, die die Leerstellen aus der Zeit der Flucht aus der Ukraine illustrieren, schaffen eine zusätzliche metaphorische und ästhetische Dimension. So gelingt es der Käthe Gruppe mit sehr viel Feingefühl und in nur wenigen Minuten so viel über die neue Lebensrealität ihrer Protagonistin zu vermitteln, dass Dascha einem im wahrsten Sinne ans Herz wächst.
Bewahrt euch diese Offenheit und macht unbedingt weiter Filme!









