Das sind die Gewinnerfilme des BKJFF 2026:

Kategorie Kinder bis 8 Jahre, gestiftet vom Freistaat Bayern
„Das Kuscheltierchaos“, Klasse 2hg der Grundschule an der Ruth-Drexel-Straße, München

Was passieren kann, wenn Versprechen nicht eingehalten werden, zeigen uns die Filmemacher*innen in ihrer Produktion “Das Kuscheltierchaos”: Die Lehrerin hatte eigentlich einen Kuscheltiertag angekündigt, aber als sie diesen nun streichen will, geschehen magische Dinge im Klassenzimmer! Ein Kind nach dem anderen verwandelt sich in Kuscheltiere, nur Vier bleiben übrig. Diese Vier zögern nicht lange und versuchen Hilfe zu finden, als erstes bei schlauen Wissenschaftlern und im Endeffekt bei einem ganz besonderen Freund. Zwischendurch bekommt auch noch die Presse Wind von dem ganzen Kuscheltierchaos und es wird nochmal zusätzlich spannend, wie die Geschichte ausgeht. Das Filmteam aus der Klasse 2hG der Grundschule an der Ruth-Drexel-Straße München hat für ihre Produktion viele spannende Drehorte an ihrer Schule gefunden und diese dann auch passend ausgestattet.  Gut gewählte Kostüme, ein schlüssiges Drehbuch mit wunderbaren Dialogen und passender Musik runden dieses kleine Meisterwerk ab. Auch die schauspielerische Leistung der erst 8-jährigen Filmemacherinnen und Filmemachern haben uns alle überzeugt. Wir gratulieren daher dem Filmteam von „Das Kuscheltierchaos“ zum BAYERISCHEN KINDERFILMPREIS 2026 in der Kategorie „Kinderfilm bis 8 Jahre“ und freuen uns schon auf weitere kuschelige Produktionen.

Kategorie Kinder bis 9 bis 12 Jahre, gestiftet vom Freistaat Bayern
„Versteckte Narben“, Filmgruppe „KLAPPE AUF!“, Gymnasium Veitshöchheim

Mobbing an der Schule – leider ein Thema das zu viele Schüler*innen betrifft, so auch Emily in der Produktion „Versteckte Narben“. Erst wird Emily wegen ihrer guten Noten „gedisst“ und dann erzählt eine angeblich gute Freundin auch noch ein superwichtiges Geheimnis weiter. Emily bekommt zwar Unterstützung und kann das Mobbing stoppen, aber am Ende bleibt doch immer die Frage, welche Verletzungen und „versteckten Narben“ bleiben für immer? Der Produktionsgruppe „KLAPPE AUF!“ vom GYMNASIUM VEITSHÖCHHEIM ist ein filmisches Meisterwerk gelungen. Nicht nur die Schauspieler*innen, auch die Drehorte, sowie die filmische und technische Umsetzung haben uns komplett überzeugt. Vor allem die bildliche Darstellung der „Versteckten Narben“ durch ein Stück Papier, welches immer wieder zerknüllt wird, und dadurch immer mehr Knicke zeigt, hat uns noch lange beschäftigt. Die Knicke als Narbengewebe mit dem emotionalen Fazit – Mobbing hat Folgen, auch wenn dies von außen nicht immer zu sehen ist! Wir waren uns als KINDERJURY sofort einig und gratulieren der Produktionsgruppe von „Versteckte Narben“ daher zum BAYERISCHEN KINDERFILMPREIS 2026 in der Kategorie „Kinderfilm 9 bis 12 Jahre“. Herzlichen Glückwunsch!

Besondere Anerkennung der Kinderjury
„Die Reise ins Ungewisse“, Kinderfilmteam Jugendtreff Puschendorf

„Die Reise ins Ungewisse“ ist eine spannende Abenteuerreise, die mit einem harmlosen Zockenachmittag beginnt und in einer turbulenten Suche, sowie dem Kampf Gut gegen Böse endet. Durch eine Fehlfunktion werden drei Freunde in ihr Computerspiel gezogen und voneinander getrennt. Als dann auch noch eine böse Macht Besitz von Leon ergreift, müssen die Freunde schnell handeln. Zum Glück treffen sie im Spiel im richtigen Moment auf einen Zauberer und es bleibt bis zum Ende spannend! Mit unserer BESONDEREN ANERKENNUNG möchten wir sowohl die schauspielerische Leistung, die gute technische Umsetzung, sowie die passenden Kostüme und Kulissen würdigen. Wir hatten super viel Spaß beim Anschauen und besonders die aufwendigen Animationen und Filmtricks sind besonders zu würdigen. Wir freuen uns nun schon auf weitere magische Produktion des Filmteams aus dem Jugendtreff Puschendorf und gratulieren zur BESONDEREN ANERKENNUNG der KINDERJURY des BAYERISCHEN KINDER & JUGENDFILMFESTIVALs 2026!

Kategorie Jugendliche 12 bis 16 Jahre, gestiftet vom Freistaat Bayern
„Der magische Kristall“, Filmgruppe Jugendtreff Kolbermoor

„Leute, die Welt ist schlecht geworden – wir müssen sie retten.“ Mit diesem herrlich direkten Satz ist sofort klar: Hier geht es um nicht weniger als die ganze Welt – und zum Glück auch um jede Menge Spaß. „Der magische Kristall“ nimmt uns mit auf ein fantasievolles Abenteuer, das mit großer Spielfreude, warmem Humor und viel Herz erzählt wird. Dabei stellt der Film eine leider sehr zeitgemäße und wichtige Frage: Was passiert, wenn zu viel Macht in den Händen eines Einzelnen liegt? Die Antwort ist so einfach – und überzeugend: Die stärkste Kraft entsteht nicht durch Zauberei, sondern durch Freundschaft, Zusammenhalt und den Mut, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Ein magischer Kristall kann tatsächlich einiges – aber gegen eine mutige Gemeinschaft mit Superkräften sieht selbst die größte Zauberkraft ziemlich schlecht aus. Die mutige Gemeinschaft der Filmemacher hat bei ihrem Wirken offenbar ebenso durch Freundschaft und Zusammenhalt einen zauberhaften Film geschaffen. Besonders begeistert haben die Jury auch die Spezialeffekte und noch mehr der selbst geschriebene Soundtrack. Musik und Texte sorgen bei uns für akute Ohrwurmgefahr. So ist „Der magische Kristall“ ein spannender Film geworden, der uns zum Lachen und auch ein wenig zum Nachdenken bringt – und uns alle daran erinnert, dass man erstmal nicht groß sein muss, um etwas Großes zu bewirken. Einen ganz herzlichen Glückwunsch von unserer Jury an die jungen Filmemacher und Filmemacherinnen.

Kategorie Jugendliche 17 bis 21 Jahre, gestiftet vom Freistaat Bayern
„nicht bissfest“, Jugendgruppe „BigBrain Productions“

Der Film „nicht bissfest“ überzeugt als klug inszeniertes Kammerspiel mit gesellschaftlicher Relevanz.
In der WG-Küche treffen die drei Vampire Kassian, Viktor und Adrian auf Adrians neuen Partner – einen Menschen. Aus dieser Begegnung entwickelt sich ein ebenso unterhaltsames wie vielschichtiges Gespräch über die Frage: Wie viel Andersartigkeit hält eine Gemeinschaft aus?
Besonders gelungen ist die dramaturgische Idee, den Vampiren eine exklusive Kommunikationsebene zu geben. Dieses Stilmittel sorgt für Humor und Spannung und macht Ausgrenzung und Zugehörigkeit auf eindrucksvolle Weise spürbar.
Mit kreativer Originalität, überzeugendem Schauspiel und einer gelungenen Balance zwischen Witz und Ernst zeigt „nicht bissfest“, dass große Themen keine großen Kulissen brauchen.
Wir danken dem Team für diese originelle und berührende Arbeit und freuen uns, „nicht bissfest“ als Preisträger in der Kategorie 17–21 Jahre auszeichnen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch!

Kategorie Jugendliche 22 bis 26 Jahre, gestiftet vom Freistaat Bayern
„Wartezimmer“, Jugendgruppe „Team Wartezimmer“

Manchmal braucht es keine spektakulären Ereignisse, manchmal genügt ein Wartezimmer. Der Kurzfilm „Wartezimmer“ zeigt eine Situation, die für viele Menschen alltäglich ist – und macht gleichzeitig sichtbar, wie unterschiedlich diese Wirklichkeit erlebt wird. Während für den Beamten alles Routine ist, erlebt eine junge Frau einen Moment voller Angst. Sie muss ihre Adresse laut nennen, obwohl direkt neben ihr ein Mann sitzt, dessen Verhalten bedrohlich ist. „Wartezimmer“ schafft etwas Besonderes. Er erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern eröffnet eine Perspektive. Mit großer Präzision erzählt das Team um Regisseurin Petra Bule von einer Erfahrung, die viele Frauen sofort wiedererkennen werden und die vielen Männern vielleicht erst durch diesen Film bewusst wird. Der Kurzfilm verzichtet auf scheinbar einfache Lösungen oder Antworten und vertraut darauf was Film besonders gut kann: Er lässt uns fühlen! Und zwar in diesem Fall: Beklemmung, Verunsicherung und letztlich Wut. Die Jury hat „Wartezimmer“ überzeugt, weil der Film ein gesellschaftlich hochaktuelles Thema behandelt, ohne belehrend zu sein und stattdessen dazu anregt, den eigenen Blick auf alltägliche Situationen zu hinterfragen. Herzlichen Glückwunsch dem Team von „Wartezimmer“!

Kategorie Hochschule, gestiftet vom Bezirk Schwaben
„Close“, Fabian Hausner, Louis Stojan

Die erste große Liebe, unausgesprochene Gefühle und die Angst, eine enge Freundschaft aufs Spiel zu setzen – Close erzählt eine Geschichte, an die sich vermutlich viele Menschen erinnern können. Gerade weil sie so alltäglich ist, entfaltet sie eine besondere Kraft. Der Film begleitet Milo und Luna mit großer Ruhe und Sensibilität. Er nimmt sich Zeit, das Innenleben seiner Figuren sichtbar zu machen, ohne jemals langatmig zu wirken. Besonders eindrucksvoll gelingt dabei die Darstellung von Milos Gefühlswelt. Sein Ringen mit der Entscheidung, seine Liebe zu gestehen, seine Hoffnung und schließlich sein Schmerz machen deutlich, dass Verletzlichkeit kein Zeichen von Schwäche ist. Close zeigt auf eine selbstverständliche und positive Weise, dass auch Jungen Gefühle zulassen und offen zeigen dürfen. Gleichzeitig erzählt der Film seine Geschichte nicht einseitig. Auch Lunas Perspektive wird ernst genommen. Ihr Schmerz über den Verlust der Freundschaft erhält ebenso Raum wie Milos gebrochenes Herz. Dadurch entsteht ein differenziertes Bild zweier Menschen, die beide unter derselben Situation leiden und dennoch keinen gemeinsamen Ausweg finden. Bis zuletzt bleibt die Hoffnung bestehen, dass ihre Beziehung vielleicht doch wieder zueinanderfinden kann. Besonders beeindruckend ist dabei die schauspielerische Leistung der jugendlichen Darsteller. Obwohl viele von ihnen keine professionelle Schauspielausbildung haben, transportieren sie die Emotionen ihrer Figuren mit großer Natürlichkeit und Glaubwürdigkeit. Zu keinem Zeitpunkt entsteht der Eindruck, Laiendarsteller zuzusehen. Ebenso überzeugt der Mut der Filmemacher, auf ein künstliches Happy End zu verzichten. Statt einer einfachen Lösung bleibt Close der Lebensrealität seiner Figuren treu und erzählt seine Geschichte ehrlich und konsequent. Gerade diese Entscheidung macht den Film nachhaltig und berührend. Für diesen Beitrag verleihen wir Close von Fabian Hausner, Louis Stojan und ihrem Team den Preis für den Besten Film in der Kategorie Medienhochschule. Herzlichen Glückwunsch!

Preis zum Sonderthema „Gerechtigkeit“, gestiftet von der Stadt Augsburg
„Licht an!“, Flavia Lacramas

Mit bewussten Überspitzungen zeichnet dieser Film ein leider authentisches Bild der deutschen Bürokratie. Zugleich ist er ein Rückblick auf die Tristesse der Corona-Zeit und ihre aus heutiger Sicht teils wahnwitzigen Beschränkungen. Und auch Jahre später erzeugt „Licht an“ einen glaubhaften Eindruck von Isolation und vor allem dem Gefühl, in einem System festzustecken, das für manche Menschen ungleich höhere Hürden bereithält als für andere.
Basierend auf persönlichen Erfahrungen erzählt der Film, wie zermürbend ein Behördendschungel sein kann. Damaris-Katrin Dumitru überzeugt in der Hauptrolle mit einer berührenden Darstellung. Hydraartig verkörpert Elke Bludau in immer neuen Amtsstuben dieselbe Bürokratin – das Gesicht eines Systems, das den Menschen oft aus dem Blick verliert.
Aus einer persönlichen Geschichte entwickelt der Film eine Botschaft über Teilhabe, Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Gerade für Menschen, die neu in unserem Land sind, kann Ankommen mehr bedeuten als Formulare auszufüllen – nämlich gesehen und willkommen zu sein.
Für diesen Beitrag verleihen wir „Licht an“ von Flavia Lacrama und ihrem Team aus der Hochschule Ansbach den Sonderpreis zum Sonderthema „Gerechtigkeit“. Herzlichen Glückwunsch!

Sonderpreis der Jury, gestiftet vom Landkreis Augsburg
„Liegen ist Frieden“ Christophorus-Schule Würzburg

„Liegen ist Frieden“ führt uns mit viel Herz und Humor vor Augen, worauf es im Leben ankommt. Einfach mal liegen bleiben, Zeit finden, zur Ruhe kommen oder wie meine Tocher sagen würde: Öfter mal „chillaxen“! In Form eines Musikvideos lassen uns die Jugendliche einer Fördereinrichtung spüren, wie viel Spaß es macht, ein Medienprojekt gemeinsam umzusetzen. Gemeinsam Freude erleben, sich aufeinander einlassen, verschiedene Rollen ausprobieren, ohne Druck und Ausgrenzung. Das Ergebnis ist beeindruckend, die Botschaft ist ebenso einnehmend wie universell. Vielleicht sollten wir uns gelegentlich dem Leistungs- und Handlungsdruck des Alltags, der Schule oder des Berufslebens verweigern. Zur Ruhe kommen, uns besinnen und ja, einfach liegen bleiben. Die Entschleunigung belohnt uns mit besonderen Momenten: Wir können in uns hineinhorchen und Neues entdecken; in uns selbst und um uns herum. Der Flow und das Timing der Musik wird perfekt umgesetzt, die kreative visuelle Gestaltung und der feine Humor in kleinen Gesten und Blicken machen einfach Spaß. Die Spielfreude und positive Energie der Gruppe steckt an und macht Lust auf mehr. Dafür zeichnen wir dieses außergewöhnliche Gruppenprojekt mit dem Preis der Jury des Bayrischen Kinder- und Jugendfilmfestivals 2026 aus. Wir danken euch für dieses Highlight. Herzlichen Glückwunsch zum Sonderpreis der Jury des BKJFF 2026 für Liegen ist Frieden.

Preis der jungen Filmemacher*innen, die beim BKJFF in Augsburg zu Gast waren, gestiftet von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM)
„Licht an!“, Flavia Lacramas

Besondere Anerkennung der Jugendjury
„Rote Wurzeln“, Ina Chi

In einem Festival, das von vielen starken fiktionalen Filmen geprägt war, war es der Jury ein besonderes Anliegen, auch die Kraft des dokumentarischen Erzählens sichtbar zu machen. Mit Rote Wurzeln ist uns ein Film begegnet, der genau das auf eindrucksvolle Weise leistet. Die 22-jährige Filmemacherin Ina Chi begibt sich auf eine persönliche Spurensuche in eine ländliche Region Chinas. Ausgehend von ihrer eigenen Familiengeschichte entsteht eine berührende Auseinandersetzung mit Herkunft, Erinnerung und Identität. Besonders beeindruckt hat uns ihr großes persönliches Engagement. Sie schafft es das Vertrauen ihrer Protagonistinnen und Protagonisten zu gewinnen und ermöglicht Gespräche voller Nähe und Ehrlichkeit. Dazu kommen eindrucksvolle Bilder, die den Film atmosphärisch tragen. Gerade weil der Film so viele spannende Ansätze eröffnet, hätten wir uns an manchen Stellen eine noch klarere dramaturgische Führung und stärkere Fragestellung gewünscht, die den Zuschauer noch gezielter durch diese Reise trägt. Dennoch: Die Handschrift der Filmemacherin ist schon jetzt unverkennbar! Für diesen mutigen, persönlichen und visuell starken dokumentarischen Blick spricht die Jury eine Lobende Erwähnung an Ina Chi aus! Herzlichen Glückwunsch!

Preis der jungen Filmemacher*innen, die beim BKJFF in Augsburg zu Gast waren, gestiftet von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM)
„Licht an!“, Flavia Lacramas