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Die Preisträger 2018

Preisträger | Jury | Preiskategorien | PDF

Die besten Beiträge wurden von einer unabhängigen Jury mit dem Mittelfränkischen Jugendfilmpreis, einem Geldpreis, sowie einem ‘Lobo’ ausgezeichnet. Ausgewählte Filme qualifizieren sich außerdem für das BAYERISCHE KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL, das vom 21.-24. Juni 2018 in Roth stattfindet.

Nähere Infos zu den Jurys und den Preiskategorien findet ihr unten.

Für Infos zu den Preisträger-Filmen einfach auf den entsprechenden Preis klicken.

Hauptpreise:

1. Preis in der Kategorie COMING UP
Viktor Agafonov: „Confusion“ (Nürnberg 2017  // 11 min)
Noah wird auf der Suche nach seinem verschwundenen Freund von einem Kindheitserlebnis eingeholt.

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2018

Laudatio:
Wir sehen Noah wie er jeden Tag die immer gleiche Szene durchlebt. Er steht auf, zieht sich an, geht einen Weg entlang und trifft seinen Freund David. Das einzig merkwürdige ist, das David immer wieder sagt: „lange nicht gesehen“. Bis David eines Tages verschwindet. Noah beginnt ihn zu suchen und wird von den immer gleichen Alpträumen heimgesucht in dem ein Junge auftaucht, der sich später als sein Alter Ego entpuppt.
Viktor Agafonov, der Regisseur, war 15 Jahre alt als er die Geschichte erfand und mit seinem Kameramann Niko und seinen Freunden an vier Wochenenden realisierte. Für das Erstlingswerk eines 15-Jährigen ist der Film mehr als erstaunlich.
Die gute Kamera, die Darsteller, die Schnitte, der Rhythmus, wie sich die Geschichte entwickelt, der Einsatz der Musik und schließlich der Mut, so eine schwierige Geschichte überhaupt in Szene zu setzen, das alles hat die Jury überzeugt. Dabei war auch schon der Hauch eines eigenen Stils zu spüren, was für ein Erstlingswerk sehr schwer zu erreichen ist und eine große künstlerische Begabung vermuten lässt.
Wir gratulieren Viktor Agafonov und seinem Team für den wohlverdienten 1. Preis in der Kategorie „Coming Up“ und freuen uns schon auf weitere Filme.

2. Preis in der Kategorie COMING UP
Film AG 2016/2017 Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg: „In fremden Händen“ (Nürnberg 2017  // 19 min)
Nachdem Maras Beziehung endet, wird sie Opfer von extremem Cybermobbing. Auch ihre beste Freundin wendet sich von ihr ab. (> Trailer auf YouTube)

Laudatio:
Die Digitalisierung und ihre Auswirkung auf uns Menschen, unseren Alltag, unsere Arbeitswelt und die Gesellschaft im Ganzen ist nicht erst seit heute in aller Munde. Auch wenn einige Verantwortliche das Internet noch vor nicht allzu langer Zeit als Neuland einstuften, bewegen wir uns darin so selbstverständlich, benutzen es minütlich als Kommunikations- und Informationskanal, als hätte es den analogen Brief nie gegeben. Die Möglichkeit, in nahezu Echtzeit Nachrichten zu verbreiten, ist Segen und Fluch zugleich und wächst uns nicht selten über Kopf.
Die Film AG 2016/2017 der Wilhelm-Löhe-Schule hat sich einen dieser Flüche zum Thema ihres beeindruckenden Films “In fremden Händen” gemacht: Das Cyber-Mobbing! – Das Leben der jungen Mara wird, nachdem ihr eifersüchtiger Freund die Beziehung beendet hat, immer mehr zur Hölle. Tag für Tag sieht sie sich immer größeren Anfeindungen durch ihre Mitschüler ausgesetzt, sogar ihre beste Freundin wendet sich auf einmal von ihr ab und zunächst weiß sie nicht warum. Bis sie herausfindet, dass ihr Exfreund Bilder von ihr über das Internet verbreitet hat. Hilflos muss sie mit ansehen, wie ein Shitstorm über sie hereinbricht, der sie letztlich wohl in den Suizid treibt.
Der exzellente Spannungsbogen, die realistische Darstellung der Charaktere und letztlich die Authentizität mit der das Thema behandelt wird, sind es, die den Zuschauer von Anfang bis Ende fesseln. Die Dialoge nehmen kein Blatt vor den Mund, was dreckig ist wird dreckig ausgeprochen und nichts wird verharmlost. Eine gute Kameraführung und ein sauberer Schnitt lösen die Szenen gekonnt auf und der passende Soundtrack rundet das Gesamtbild des Films in mitfühlender Weise ab.
Die Jury denkt, dass mit diesem hervorragenden Erstlingswerk das sehr ernst zu nehmende Thema „Cyber-Mobbing“ eine gelungene Aufarbeitung erfahren hat und hofft, dass der Film noch weiter Verbreitung findet.

1. Preis in der Kategorie TALENT
Pascal Kindsvater und Julian Schäfer: „Nachts sind alle Katzen bunt“ (Nürnberg 2017  // 26 min)
Lepra verbreitende Tauben, eine betrunkene Stalkerin und verwirrte Einbrecher. Eine Odyssee durch das nächtliche Nürnberg auf der Suche nach der besten Dönerbude der Stadt. (> Film auf YouTube)

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2018

Laudatio:
„Lepra verbreitende Tauben, planlose Einbrecher und die beste Dönerbude der Stadt.“ Schon der erste Beschreibungssatz zum Film charakterisiert diesen als irgendwas zwischen zu verkopft und sehr seht gut. Hier mal eine exemplarische Frage aus der Szene am Fahrkartenautomaten: „Ist eine Tageskarte auch bei Nacht gültig?“
Der Film “Nachts sind alle Katzen bunt” ist eine ziellose Odyssee der beiden Freunde Basti und Marc, die mehr oder weniger existenzielle Fragen diskutierend durch das nächtliche Nürnberg schlendern und schließlich bei der vermeintlich besten Dönerbude der Stadt stranden. Herrlich skurrile Situationen werden dem Publikum da in ruhigen und gut komponierten Aufnahmen serviert. Eine schlicht gedrehte und trotz oder gerade wegen der langen Sequenzen mitreisende Produktion. Das Fundament des Films ist das stimmige und exzellente, vier Personen umfassende und vermutlich viel improvisierende Schauspielensemble. Also Daumen weit nach oben für: Patrick Kobler, Émile Abel, Eva-Maria Kallnischkies und Jan Heimhold.
Ob die Tageskarte auch in der Nacht gültig ist, spielt im Film übrigens keine Rolle mehr, da die U-Bahnen dann aufgrund der fortgeschrittenen Zeit sowieso nicht mehr fahren.
Ist der Film nun zu verkopft oder sehr sehr gut? Die Jury hat getagt und entschieden: „Nachts sind alle Katzen bunt“ von Pascal Kindsvater und Julian Schäfer ist sehr sehr gut. Der Film ist eigensinnig, verschroben und bestechend. Gratulation von der Jury für den 1. Preis in der Kategorie TALENT beim 30. Mittelfränkischen Jugendfilmfestival!

PREISTRÄGER BAYERISCHES KINDER & JUGENDFILM FESTIVAL 2018 | Kat. 3 17 – 21 Jahre

Laudatio:
Die Absurdität, die sich schon im Titel wiederspiegelt, wirkt so natürlich und vermittelt ein jugendliches Lebensgefühl. Der Film nimmt den Zuschauer mit durch eine lange Nacht in Nürnberg auf der Suche nach der besten Dönerbude. Er besticht durch gekonnten Wortwitz und skurrile Situationen, die überzeugend gespielt wurden. Beim Zuschauen haben wir gemerkt, wie viel Spaß es euch gemacht hat, diesen Film zu drehen und wir wünschen euch, dass ihr das weiter beibehalten könnt.

2. Preis in der Kategorie TALENT
Ingwer Productions: „L E A“ (Weißenburg 2017  // 30 min)
Jugendliche fahren nach bestandenem Abitur zum Zelten und Feiern an einen See. Doch im Laufe des Campens tun sich ungeahnte Abgründe auf und etwas Schreckliches passiert. (> Film auf YouTube)

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2018

Laudatio:
Was als Kurztrip nach dem Abitur beginnt, endet als Horrortrip. Die 5 Protagonisten wollen nach dem Abi einfach nur Spaß haben und loslassen, aber die Alltagsprobleme holen sie gnadenlos ein, insbesondere Lea. Nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund Yannick und dann auch mit Alex verschwindet sie und wird am nächsten Tag tot im See aufgefunden. Blankes Entsetzen und tiefe Trauer machen sich breit. Doch schnell weichen diese Gefühle der Angst um die eigenen Belange und ungeahnte Abgründe tun sich auf. Was tun? Polizei verständigen? Besser nicht. Schließlich verbuddeln sie die Leiche, motivieren Yannick, den Tod von Lea als Mord gegenüber der Polizei zu gestehen und sich dann selbst umzubringen.
Das Team um Kai Uffelmann berührt mit seinem Film durchaus alltagsphilosophische Themen, wie Spaß haben versus Erfolg und Karriere, Freundschaft und Solidarität oder Egoismus und Eigensinn, bis dahin, einem ohnehin schon angeschlagenen „Freund“ zu motivieren, die Schuld auf sich zu nehmen. Die Klaviatur der dargestellten Gefühle reicht von krimineller Energie mit Wut und Aggression über Resignation bis hin zu absoluter Apathie. – Sehenswert sind insbesondere die rückwärts abgespielten Visionen, die Kameraeinstellungen, die immer ruhig und atmosphärisch gesetzt werden, die sparsam eingesetzten Drohnenaufnahmen, die perfekt gesetzten Dialoge und die Szenen, die unterlegt sind von einem äußerst passenden Soundtrack und behutsam bis ins Detail arrangiert sind. Auch der Ton wurde perfekt aufgenommen.
So setzt LEA in der der Kategorie „Talent“ Maßstäbe und ist der Jury den 2. Preis am Mittelfränkischen Jugendfilmfestival 2018 wert.

1. Preis in der Kategorie PROFESSIONAL
Julia Hufnagel, Angelina Loy, Christoph Bühl, Chris Kroher: „Dir nah“ (Schwaig 2017  // 25 min)
Der Alltag eines scheinbar normalen Menschen wird zum Horrortrip. (> Film auf Vimeo)

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2018

Laudatio:
Wir folgen einem jungen Mann in ein Fotogeschäft. Alles scheint normal, bis sich sein Blick mit dem eines Mannes im Kapuzenshirt trifft. Schon in dieser Szene fühlt der Zuschauer wie der junge Mann bedroht ist. Dann erst wird der Titel eingeblendet und wir sehen in einer Drohnenaufnahme, wie ein weißer, dahingleitender Bus immer wieder durch die Baumkronen aufblitzt. Die Musik verheißt, dass wir diesem Frieden nicht trauen dürfen. Und in der Tat: Als der junge Mann zu Hause ankommt scheint sich ein Fremder seines Hauses bemächtigt zu haben und spätestens jetzt wissen wir, das wird böse enden. Als die Geräusche und Vorkommnisse immer bedrohlicher werden, bewaffnet er sich.
Fantastisch inszeniert, aufgenommen und gespielt, hätte dies schon einen perfekten Thriller ergeben können, doch wie sich die Geschichte auflöst, ist schon ein wahres Meisterstück. So emphatisch und genial hat kaum ein Film den Zuschauer die Angst nachempfinden lassen, was es bedeuten mag, durch Demenz seine eigene Identität allmählich zu verlieren und selbst seine liebsten Vertrauten immer mehr zu vergessen. Als würde sich die ganze Persönlichkeit allmählich in ein Nichts auflösen.
Im Nachhinein werden die Hinweise am Anfang deutlich. Als der scheinbar junge Mann im Fotogeschäft wie vor 30 Jahren selbstverständlich einen analogen Super8-Film verlangt und ihn eine alte Frau im Bus mit Karl anspricht und er sich verwundert abwendet. Genial inszeniert ist auch das Erschrecken, als er zum ersten Mal seine alten Hände entdeckt und dann vor seinem alten Gesicht erschrickt.
Zum Schluss steht der Vater mit seiner Tochter vor dem Spiegel und beide ziehen für sich ihre Resümees. Das hätte leicht danebengehen können. Doch auch hier gelingt dem Team der gefährliche Balance-Akt: statt Peinlichkeit berührende Texte mit poetischem Potential. An diesem Film stimmt fast alles: die Geschichte, der Rhythmus, die Kamera, die Darstellung, die Inszenierung, die Montage und der Einsatz der Musik. Wir können kaum glauben, dass es der erste Film dieses genialen Filmteams ist und gratulieren Julia Hufnagel, Angelina Loy, Christoph Bühl und Chris Kroher zum 1. Preis in der Kategorie PROFESSIONAL.

2. Preis in der Kategorie PROFESSIONAL
Loco Pony Production: „Zurückversetzt“ (Nürnberg 2017  // 16 min)
Rüdiger Geubergs Freude an seinem jüngst gekauften antiken Stuhl währt nicht lange, da dieser urplötzlich zerbricht. Der herbeigerufene Kammerjäger vermutet Schlimmes… (> Trailer auf Vimeo)

Laudatio:
Wer die deutsche Fernsehlandschaft regelmäßig verfolgt, weiß, dass sich in dem derzeit erfolgreichsten Format alles um Antikes und Trödel dreht. Die Faszination des Vergangenen wird greifbar durch mehr oder weniger kostbare Objekte, mittels denen man hofft, ein Stück der alten Pracht in die Gegenwart zu retten und spürbar zu machen.
In dem wunderbaren und wundersamen Kurzfilm „Zurückversetzt“ des Produktionsteams „Loco Pony Production“ geht es genau um diese Faszination und um einen Stuhl. Ein Stuhl der zuerst ein antikes Prachtstück darstellt, den immer noch die Eleganz des Rokoko umweht, der dann jedoch, durch einen Holzwurmbefall der ganz besonderen Art zu Trödel und einer infektiösen Bedrohung wird.
„Zurückversetzt“ ist hier gleichsam Titel, Plot, und Thema und der Zuschauer genießt nicht nur einen Film sondern viele. Szene für Szene sieht er sich „zurückversetzt“ und angenehm erinnert an vergangene, große Szenen und Figuren der Filmgeschichte. Ob Historien-, Fantasy- oder Science-Fiction-Filme. Ob Dr. Everett Scott, Archibald „Harry“ Tuttle oder Gollum, das Vergangene lebt.
Doch wir sehen hier kein Imitat. Vielmehr eine geschickte Einarbeitung in eine ganz eigene Geschichte und Handlung. Die Ausarbeitung der Szenen ist so detailtreu geplant und präzise umgesetzt, dass man sich wie vor einem großen Gemälde fühlt, bei dem es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.
Kamera, Licht, Ausstattung, Schauspiel, Musik, Dialoge: Hier wurde so gut auf alles geachtet und alles so präzise zusammengefügt, dass sich so buchstäblich alles zu einer eleganten, harmonischen und sehr unterhaltsamen Gesamtkomposition zusammenfügt, in der sich das Vergangene und der Zuschauer einfach nur wohl fühlen können. – Und um es abschließend mit den schlichten Worten des Zeremonienmeisters des neuen Biedermeier Horst Lichter zu sagen: Dieses Filmchen ist ein Träumchen!

Sonderpreise:

SONDERTHEMA “HEIMAT”
P-Seminar ‘Menschen kämpfen für Menschlichkeit’ Dürer- Gymnasium Nürnberg: „Gerd Vanselow“ (Nürnberg 2017  // 8 min)
Als Schüler arbeitete Gerd Vanselow in einer Arbeit die Geschichte seines Heimatortes Hersbruck als Außenlager des KZ Flossenbürg auf. Dafür wurde er von den Anwohnern als Nestbeschmutzer beschimpft.

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2018

Laudatio:
Der Journalist und Dokumentarfilm-Autor Gerd Vanselow hat für seine Heimat viel geleistet, auch wenn sich diese Erkenntnis erst mit der Zeit durchgesetzt hat. Als Schüler deckte er die grausame Geschichte des KZ Hersbruck auf.
Die Schüler des P-Seminars des Dürer-Gymnasium Nürnberg machten sich auf die Suche nach dem Mann, der die Geschichte des Außenlagers des KZ Flossenbürg ans Licht der Öffentlichkeit gebracht hat. Sie wurden in Afrika fündig, wo – wie er selbst sagt – noch viele Geschichten wie die des KZ Hersbruck auf ihre Aufarbeitung warten. Trotz der weiten Entfernung gelang es den Schülern ein Interview mit ihm zu führen, welches sie mit entsprechenden Bildern untermalten.
Der Film beschreibt eindrücklich den Mut des jungen Gerd Vanselow, der trotz aller persönlichen Anfeindungen die Geschichte Hersbrucks aufarbeitete. Er hat damit seiner Heimat einen großen Dienst erwiesen. Denn nur wer sich seiner Vergangenheit bewusst ist, kann eine bessere Zukunft gestalten.

FRANKEN FERNSEHEN KURZFILMPREIS
Jonathan Heuser & Hannes Drissner: „delete“ (Erlangen 2017  // 6 min)
Carolin hat einen neuen Job. Ihre Aufgabe: Sittenwidrige Beiträge im Internet zu löschen. Auch das Live-Video eines suizidgefährdeten Jugendlichen?

Laudatio:
„Die Dinge die wir sehen, müssen die da draußen nicht sehen.“ Der letzte Satz des Films „delete“ von Jonathan Heuser und Hannes Drissner bleibt dem Zuschauer im Kopf. Die Macher schaffen es, das Thema Social Media und seine Inhalte von einer eher unbeachteten Seite zu beleuchten, schonungslos und ohne moralischen Zeigefinger.
Das Werk zeigt, dass hinter den oft zitierten Gemeinschaftsstandards Menschen stehen, die sich täglich durch Hassrede, Gewaltvideos und Spam klicken müssen. Das Szenario kommt nicht von ungefähr – allein in Deutschland muss Facebook rund 15.000 Posts pro Monat löschen. Von Transparenz in Bezug auf die Arbeitsbedingungen in solchen Löschzentren ist der Branchenriese dabei immer noch weit entfernt. In „delete“ hat der Zuschauer die Möglichkeit eine Dame an ihrem ersten Tag in einem solchen Löschzentrum zu begleiten.
Eine hervorragend geschnittene Montage zeigt den krassen Unterschied zwischen den Abgründen auf dem Bildschirm und dem Büroalltag. Die Macher zeigen, wie groß die psychische Belastung für die einzelnen Mitarbeiter ist und wie die verschiedenen Figuren damit umgehen.
Der Film schafft in rund sechs Minuten einen grandiosen Spannungsbogen der den Zuschauer nachdenklich zurücklässt. Und das sowohl technisch als auch spielerisch auf ganz hohem Niveau! Dieses rundum gelungene Werk ist der Jury eine Auszeichnung für den besten Kurzfilm des Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals 2018 wert!

MUSIKCLIP-PREIS
KREDO: „KREDO – Hör auf dein Herz“ (Erlangen 2017  // 4 min)
„Es geht um Neid, Hass, Liebe, Stolz, Angst vor dem Schmerz… Was auch passiert – hör auf dein Herz“ – Musikvideo (> Clip auf  YouTube)

Laudatio:
Das Walberla, der mythische Berg der Franken als Kulisse für einen Rap? Rap, damit verbindet man doch eher Straßenschluchten, urbane Plätze oder Tanzschuppen als Kulisse. Doch es funktioniert.
Das Team KREDO mit Nick und Tim Gruber, Marco Weth und Tobias ohne Nachnamen liefert den Beweis. Mit Hand- und Drohnenkamera bebildern sie den im Jugendmedienzentrum Connect in Fürth produzierten Rap und machen im wahrsten Sinne des Wortes eine runde Sache daraus. Die Drohne kurvt um die Protagonisten auf dem Walberla mit seinen schmalen Felsvorsprüngen ohne Absturzsicherung ;-). Man muss auch als Zuschauer schwindelfrei sein. Schnelle Schnitte kontrastieren die Naturaufnahmen mit den vernebelten Innenaufnahmen und dabei treibt der Beat den Song unaufhörlich voran. Insgesamt geht der Clip eine gelungene Verbindung zwischen Sound und Bild ein. – Schon der Titel „Hör auf Dein Herz“ sagt aus, dass es sich um kein klassisches Gangster-Rap-Thema handelt, sondern um Neid, Hass, Liebe und Angst vor dem Schmerz… eben „Hör auf Dein Herz“, ein Song, der zum Nachdenken anregen soll.
Die Jury hat auf ihr Herz gehört und verleiht dem Rap von KREDO den Musik-Clip-Preis des Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals 2018.

WEBVIDEOPREIS
Julian Schäfer, Pierre Stein: „Das Wahlorakel und die U18 #Party am Freitag im Quibble“ (Nürnberg 2017  // 4 min)
Du bist noch nicht 18, willst aber wählen? – Dann nimm dich vor Nürnbergs Wahlorakeln in acht. 😛 (> Video auf  YouTube)

Laudatio:
Der Gewinnerfilm des diesjährigen Webvideopreises ist „Das Wahlorakel und die U18 #Party am Freitag im Quibble“ von Julian Schäfer und Pierre Stein. Mit ihrem Humor der etwas anderen Art und durch das gut gewählte Thema haben die beiden die alle vier Jahren wiederkehrende Problematik von Jugendlichen aufgegriffen: „Ich will etwas verändern, aber ich darf nicht mitwählen!“
Der Protagonist begibt sich nun auf die Suche und gerät an zwielichtige Orakel, die ihm nicht nur den Verstand, sondern auch sein Geld rauben und ihn der Lösung kein Stück näherbringen. Erst der Dealer in green hat die Lösung: die „U18 #Partys“ in den Nürnberger Kinder- und Jugendhäusern.
Auf humorvolle Weise zeigt der Clip wie auch Jugendliche in der Politik Einfluss haben können! Wir gratulieren Julian und Pierre zu ihrem kleinen Meisterwerk und freuen uns auf weitere „schräge“ Produktionen. – Herzlichen Glückwunsch zum Webvideopreis des Jugendfilmfestivals 2018!

PUBLIKUMSPREIS
Nie Wieder Shakespeare: „Total verpeilt im Wilden Westen“ (Erlangen 2017  // 16 min)
Die Jugend-Forscht-Gruppe ist zerstritten: Sind Lasergewehre oder Zeitmaschinen cooler? Als die Kids durch eine Panne in den wilden Westen geworfen und von Gangstern bedroht werden, müssen sich ihre Erfindungen bewähren.
(> Film auf YouTube)

Lobende Erwähnungen:

LOBENDE ERWÄHNUNG [1]
oBdA Film: „The Rose“ (Pommelsbrunn 2016  // 7 min)
Für Joseph läuft zur Zeit alles mögliche eher so suboptimal. Prüfung versaut, Freundin sauer, aber Joseph ist “‘n starker Junge”, wie Eric sagt. Und starke Jungs bleiben von einem Mal Crystal schon nicht hängen…

Laudatio:
Im Film „The Rose“ wird man mit ungewöhnlicher Kameraführung und Überblendungen in den Drogenrausch eines jungen Mannes hineingezogen. Sein Anker ins Leben ist eine Freundin, die sich darum bemüht, dem jungen Mann im Hier und Jetzt Halt zu geben. Dennoch wird es ein schwerer Weg für ihn werden, den Drogen abzuschwören. Der Film nimmt die Zuschauer mit in die Untiefen der Wahrnehmung, in die der Drogenkonsum einen Menschen entführen kann. Die Bildsprache des Films unterstützt das Thema gut und die schauspielerischen Leistungen lassen aufhorchen.
Da Drogenabhängigkeit schon in vielen Filmen thematisiert wurde, ist es nicht leicht die Geschichte immer wieder aus einem neuen Blickwinkel zu erzählen. Das ist dem Film „The Rose“ aber gelungen.

LOBENDE ERWÄHNUNG [2]
SamsonTimonJulian Films: „Star Wars – Redemption“ (Hersbruck 2017  // 5 min)
Erinnerung eines jungen Jedi.

Laudatio:
Wir alle kennen sie, die Star-Wars-Filme, die immer noch die Kinosäle füllen. Ganze Generationen sind dem Star Wars-Fieber verfallen. Kein Wunder, dass auch junge Filmemacher sich dieser Geschichte annehmen und ihren eigenen Star-Wars-Film drehen.
Drei Jungs im Alter von 13 Jahren haben sich als junge Jedis auf in den Kampf gemacht. Die Inszenierung des Kampfes zweier Jedi-Ritter ist ihnen erstaunlich professionell gelungen. Die Kameraarbeit, der Schnitt sowie die Nachvertonung sind schon auf einem erstaunlichen Niveau. Die Jury ist sich sicher, dass hier Talente heranwachsen.

LOBENDE ERWÄHNUNG [3]
Die Turboschnecken: „Abgerutscht – Eine Geschichte, mit der Sie mehr zu tun haben als Sie denken“ (Seukendorf 2017  // 10 min)
Drei Mädchen haben wie viele andere Menschen vollkommen vergessen, wie man ohne Handys Spaß hat. Sie lernen auf eine ganz besondere Art, wieder unabhängig zu sein.

Laudatio:
Der Film von Lisa Rieß, Nathalie Richter und Magdalena Rocholl widmet sich einem Thema, über das in den Medien fast täglich berichtet wird: Der übermäßigen Handynutzung. Die drei Filmemacherinnen finden einen neuen Zugang zu diesem Thema – sowohl was die Filmsprache betrifft, als auch die Art, wie sie die Geschichte erzählen. Das Handy ist nicht nur Gegenstand des Films, sondern wird auch als Kamera eingesetzt, mit dem im Netz immer häufiger verwendeten Hochkantformat. Sie nehmen auf sehr humorvolle Weise ihre eigene Handynutzung ins Visier und setzen gekonnt technische Tricks ein, und dies obwohl sie Autodidakten sind und keine Hilfe von Erwachsenen hatten. Durch die authentische und teilweise überspitzte Darstellung ist es ihnen gelungen die Jury mit dem Film zu amüsieren und immer wieder zum Schmunzeln zu bringen. Wir freuen uns auf weitere Filme dieser Produktionsgruppe.

LOBENDE ERWÄHNUNG [WebVideo]
Luca und Nick vom Montessori-Zentrum Nürnberg: „Fußball Heimat Ultras und Hooligans“ (Nürnberg 2017  // 8 min)
Nick und Luca waren in Nürnberg unterwegs und haben gefragt, was die Leute über Ultras und Hooligans wissen und denken und was Fußball mit Heimat zu tun hat.

Laudatio:
Eine Lobende Erwähnung in der Kategorie Webvideo geht an die Produktion „Fußball Heimat Ultras und Hooligans“ von Luca und Nick vom Montessori Zentrum Nürnberg. In knackigen 8 Minuten kitzeln die zwei Jungs aus Passanten in der Nürnberger Fußgängerzone sämtliches Fußballwissen hervor. Sie klären dabei so manche Missverständnisse über Ultras und Hooligans auf und gehen auch der Frage nach, wie Fußball und Heimat zusammenhängen und was es eigentlich mit dem Max-Morlock-Stadion auf sich hat. Aufgelockert durch Fußballtricks der Passanten, gut gemachte Animationen und einen hibbeligen Interviewpartner schaffen es die beiden Jungs, all diese Fragen unter einen Ball zu bringen und bestehende Wissenslücken zu schließen.
Die Freude bei der Produktion ist spürbar, davon zeugen auch die fast 5000 Klicks auf CiTyVee. Luca und Nick haben sich diese Lobende Erwähnung redlich verdient. Wir wünschen Euch für Eure zukünftigen Produktionen alles Gute und – bleibt am Ball!

Jury:


Zu den Jurys

Eine VORJURY, die sich aus Vertretern der Veranstalter und Jugendlichen zusammensetzt, sichtete nach dem Einsendeschluss drei Tage lang alle eingereichten Produktionen und stellte das Festivalprogramm zusammen.

Später tagte die PREISJURY, welche die Preisträger bestimmt. Ihr gehörten Fachleute aus den Bereichen Film, Fernsehen und Medienpädagogik an sowie Jugendliche im teilnahmefähigen Alter.

Der WebVideoPreis wurde von einer eigenständigen Webvideo-Jury ausgewählt.

Die Prämierungen durch die Jurys spiegeln deren Meinung wider, die Ergebnis der Diskussionen der einzelnen Produktionen ist. Nicht prämierte Produktionen sollen nicht abgewertet werden! Sie machten des Festival zu einem interessanten und unterhaltsamen Ereignis und sind wichtiger Bestandteil jugendlicher Medienproduktion und Sichtweisen!

Die Jurymitglieder

Der Jury des 30. Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals gehören an (von links nach rechts):

  • Amelie Kahlo(19, Jugendvertreterin) – FSJ Kultur
  • Klaus Lutz(Juryleitung, nicht stimmberechtigt) – Pädagogischer Leiter des Medienzentrums PARABOL
  • Annika Krause(18, Jugendvertreterin) – Studentin
  • Chistiane SchleindlMedienpädagogin, Filmhaus
  • Detlef MenzkeJugendamt Nürnberg
  • Thomas KupserMedienpädagoge, JFF – Institut für Medienpädagogik
  • Benjamin JungblutRedaktion, Moderator, Franken Fernsehen
  • Andreas HolzmüllerEditor, Medienwerkstatt Franken

Die WebVideo-Jury

  • Franziska Wagner Schülerin
  • Philipp LutzSchüler

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Die Preiskategorien 2018:

HAUPTPREISE

Die Jury vergibt in drei Kategorien jeweils zwei Hauptpreise.
Die Preisträger werden von der Jury mit dem Mittelfränkischen Jugendfilmpreis, einem Geldpreis, sowie einem ‘Lobo’ (Preistrophäe) ausgezeichnet.
Die ersten Preise der drei Hauptpreiskategorien und ein weiterer von der Jury ausgewählter Preisträgerfilm qualifizieren sich außerdem für das BAYERISCHE KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL, das 2018 in Roth stattfindet.
Daneben kann die Jury “Lobende Erwähnungen” aussprechen, die mit einem Sachpreis (z.B. Kino- oder Konzertkarten) honoriert werden.

  • Hauptpreis – Coming up
    In der Kategorie „Coming up“ werden zwei Hauptpreise an jüngere Teilnehmer*innen mit wenig Vorerfahrung vergeben.
    Die Preise werden gestiftet vom Jugendamt der Stadt Nürnberg.
  • Hauptpreis – Talent
    In der Kategorie „Talent“ gibt es zwei Hauptpreise für Teilnehmer*innen mit Erfahrung bzw. über 18 Jahre.
    Die Preise werden gestiftet vom Kreisjugendring Nürnberg-Stadt.
  • Hauptpreis – Professional
    Die Kategorie „Professional“ richtet sich an Teilnehmer*innen mit einschlägiger Ausbildung/ Studium im Bereich Film.
    Die Preise werden gestiftet vom Förderverein Filmhaus Nürnberg und Filmbüro Franken – Verein für die freie Filmszene.

SONDERPREISE

Diese Sonderpreise gab es beim 30. Mittelfränkischen Jugendfilmfestival*:

  • Franken Fernsehen Kurzfilmpreis
    In der Kürze liegt die Würze.
    Franken Fernsehen stiftet einen Preis für den besten Kurzfilm mit einer Länge von maximal fünf Minuten.
  • Musikclip-Preis
    Musikvideos lassen sich mit anderen Kurzfilmen schwer vergleichen und bilden ein ganz eigenes, aber jugendkulturell bedeutsames Genre.
    Daher vergibt die Jury einen Sonderpreis für den besten Musikclip.
  • WebVideoPreis
    YouTube-Formate bilden ebenfalls ein ganz eigenes Genre. Hier gibt es jede Menge witzige und spannende Formate. Deshalb wird auch die beste Webvideo-Produktion mit einem Sonderpreis prämiert.
  • Sonderthema
    Das von der JUFINALE ausgerufene Sonderthema lautet “Heimat”. Der Film, der sich nach Meinung der Jury am besten mit diesem Thema auseinandersetzt, erhält einen Sonderpreis und eine Nominierung für das BAYERISCHE KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2018.
  • Publikumspreis
    Auch die Zuschauer können einen Preis vergeben und mit Stimmzetteln ihren Lieblingsfilm aus dem Programm wählen. Der Publikumspreis wird gestiftet vom Förderverein Evangelische Medienzentrale Bayern.

*) Der Jury steht es frei, einen Sonderpreis nicht zu vergeben, wenn es nach Ansicht der Jury in der jeweiligen Kategorie zu wenige oder keine preiswürdigen Einreichungen gab.