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Die Preisträger 2017

Preisträger | Jury | Preiskategorien | PDF


Die besten Beiträge wurden von einer unabhängigen Jury mit dem Mittelfränkischen Jugendfilmpreis, einem Geldpreis, sowie einem ‘Lobo’ ausgezeichnet. Ausgewählte Filme qualifizieren sich außerdem für das BAYERISCHE KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL, das 2018 in Roth stattfindet.

Nähere Infos zu den Jurys und den Preiskategorien findet ihr unten.

Für Infos zu den Preisträger-Filmen einfach auf den entsprechenden Preis klicken.

Hauptpreise:

1. Preis in der Kategorie COMING UP
Buffalo Production: „Never Alone“ (Nürnberg 2016 // 3 min)
Ein Mädchen geht gerne in den Wald zum Joggen um den Kopf vom Alltag frei zu bekommen.

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2018

Laudatio:
Es beginnt in Schwarz-Weiß und endet bunt. Man kann auch sagen „Fangen mal ganz anders“.
Ein Waldstück im Herbst, ein einsamer Wagen am Wegrand. Das zeigt uns der Beginn von „Never Alone“ und dieser Beginn ist von der ersten Sekunde an mit knisternder Spannung geladen. Die behutsame und kluge Auswahl der außergewöhnlichen Perspektiven, die karge, einsam wirkende Atmo und der exakt gesetzte, an einen Herzschlag erinnernde Soundtrack erzeugen diese Spannung so selbstverständlich, dass uns nichts anderes übrig bleibt als gebannt zu verfolgen, was passieren mag.
Eine junge Frau sucht Entspannung und Erholung beim Joggen im Wald und sie wird dabei von einem jungen Mann beobachtet. Der Beginn eines Thrillers, so scheint es. Und tatsächlich entbrennt zwischen den beiden ein rasant montierter Verfolgungslauf. Der schnelle Rhythmus der Schnitte vermittelt perfekt die aufkommende Panik der jungen Frau. Immer wieder ihr ängstlicher Blick zurück. Dieser Blick wird zu unserem Blick, denn längst sind wir es, die da im Wald vor unserem Verfolger fliehen. Und so abrupt wie die Verfolgung begonnen hat, endet sie auch. Die äußerst sauber geführte Kamera zeigt uns in einem geschickten Wechsel von weiten Einstellungen und Nahaufnahmen eine erschöpfte aber etwas erleichterte Joggerin. Und auch der an den Herzschlag angelehnte Soundtrack ist es wieder, der uns so geschickt an dem Spannungsbogen entlang führt.
Sind wir entkommen? Droht uns weiter Gefahr? Wo ist er? – Und plötzlich eine Hand. Wir erwarten einen brutalen, packenden Griff, mit dem wir überwältigt werden sollen. Vielleicht ein Kampf?
Aber nein! Nur mit einem kleinen, verschmitzten Ausspruch lassen die Macherinnen und Macher die sorgsam aufgebaute, bedrohliche Stimmung und Situation in ihrem außergewöhnlichen Film so überraschend zu einem der wohl ältesten und beliebtesten Kinderspiele werden. „Du bist‘s!“
Der Soundtrack wird freundlich und verspielt, der Wald wirkt jetzt nicht mehr braun und welk, sondern leuchtet in einem herbstlichen Orange. Und es wäre doch gelacht, wenn ich dich nicht erwischen würde. Mit einem Lächeln verfolgen wir das unschuldige „Fangen-Spiel“, würden doch zu gerne mitmachen und sind am Ende froh, dass aus „Schwarz-Weiß“ „Bunt“ geworden ist.

2. Preis in der Kategorie COMING UP
Helena Klaus, Lilith Klaus, Philippa Dechent: „Das Aliensuchgerät“ (Nürnberg 2016 // 11 min)
Ein Werbeplakat weckt bei zwei jungen Landstreicherinnen den Wunsch nach einem Aliensuchgerät. Sie versuchen alles, um das dafür notwendige Geld aufzutreiben.

Laudatio:
Als wir diesen Film in der Jury sichteten, konnten wir es kaum glauben, dass der Film wirklich als „Coming up“-Film antritt, denn das bedeutet, dass es der allererste Film der Filmemacherinnen Helena und Lilith Klaus und Philippa Dechent ist. Er ist bereits so perfekt angelegt in Aufnahme, Schnitt und Darstellung, dass man eigentlich von reichhaltigen Vorerfahrungen oder großzügiger Unterstützung von Profis ausgehen müsste, aber das ist hier nicht der Fall.
Auf höchst amüsante, eigene und professionelle Weise wird hier einem Genre Leben eingehaucht, das es eigentlich seit 1927 – bis auf ganz seltene Ausnahmen wie z.B. den Oscargewinner von 2012 THE ARTIST – nicht mehr gibt, dem Stummfilm, der eigentlich nie ganz stumm war. Auch die liebevollen Details in der Ausstattung und Kostümierung machen den Film besonders für Kenner des Genres zu einer wahren Freude. Lediglich der nicht so ganz überzeugende Schluss und die Tatsache, dass die fantastische Musik der professionellen Pianistin Hildegard Pohl den Film wesentlich trägt, hielt die Jury davon ab, dem Film die allerhöchste Auszeichnung zukommen zu lassen.
Aufnahme, Schnitt, Musik sind jedoch mehr als professionell zusammengefügt worden. Die Liebe zum Detail, die Darstellung, vor allem die Regie und die Brillanz der Hauptdarstellerinnen sind einfach wunderbar. Da ist neben dem Regietalent Lilith, ein neues komödiantisches Filmpaar geboren, von denen jede Darstellerin auf ihre ganz persönliche Art und Weise agiert und dennoch zusammen eine unschlagbare Einheit mit großer Ausstrahlung von Kinoformat ergibt: Helena und Philippa, wir waren von euch hingerissen.
Wir hoffen sehr, dass wir von diesen talentierten Filmemacherinnen bald noch mehr Filme zu sehen bekommen und gratulieren zum 2. Preis in der Kategorie COMING UP.

1. Preis in der Kategorie TALENT
BSH Films: „Vote for Assisi“ (Nürnberg 2016 // 12 min)
Franz bewirbt sich in seiner Wunsch-Wohngemeinschaft. Seinen potenziellen Mitbewohnern sind dabei sehr unterschiedliche Dinge wichtig…

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2018

Laudatio:
Die perfekte WG, nur ohne Waschmaschine und ohne Auto. Verständlicherweise gibt es viele Bewerber, die sich im „Wahlkampf“ um den begehrten Platz befinden. Schon über die Sprechanlage wird ausgesondert. Um den Bewohnern zu imponieren, versuchen die beiden, die es in die engere Wahl geschafft haben, sich mit Versprechungen gegenseitig zu übertrumpfen. Wem gelingt es, die drei verrückten Bewohner am meisten zu beeindrucken, um ihre Stimmen zu erringen?
Der Film „Vote for Assisi“ schafft es, den Zuschauer die ganze Zeit über in seinen Bann zu ziehen. Er ist zwar wie eine einfache Komödie angelegt, hat aber bei genauerem Hinsehen einen tieferen Sinn, den die Filmemacher gekonnt vermitteln. So werden zum Beispiel durch die Selbstdarstellung der Protagonisten unter anderem Bezüge zum amerikanischen Wahlkampf im letzten Jahr erkennbar.
Das Schauspiel bringt die perfekt pointierten Witze gekonnt auf die Leinwand. Die ganze Geschichte wird durch die liebevolle Ausstattung und gut gewählte Musik unterstützt. Dies wird durch die gute Kameraarbeit und die Farbkorrektur abgerundet.
Die Jury ist der Meinung, dass es den Filmemachern hervorragend gelungen ist, in unterhaltsamer Weise ihre gesellschaftliche Kritik zu äußern. Mit dieser Leistung hat der Film „Vote for Assisi“ den 1. Preis in der Kategorie TALENT redlich verdient.

2. Preis in der Kategorie TALENT
BlutmondFilm: „Die 4. Generation“ (Feuchtwangen 2016  // 16 min)
Wie weit darf man gehen, um für das Recht zu kämpfen? Mit dieser Frage wird Adam konfrontiert, als er gemeinsam mit anderen einen Textilfabrikanten entführt.

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2018

Laudatio:
Wie weit darf man gehen, wenn man für seine politische Überzeugung kämpft? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Films „Die 4. Generation“ der Filmgruppe Blutmond Film. Als 4. Genration der RAF machen sich zwei junge Männer und zwei junge Frauen auf, um einen Textilfabrikaten zu entführen. Schon zu Beginn zeigt sich, dass sie zu allem bereit sind. Sie dringen in das Haus ein, nehmen den Textilfabrikanten Martin Koch gefangen und zerren ihn in ein Auto. Kurze Zeit später wird er als Gefangener der RAF präsentiert.
Parallelen zur Gefangennahme von Hanns-Martin Schleyer im September 1977, dem sogenannten Deutschen Herbst, werden hier offenkundig. Genauso wie in den 70er Jahren, wird von der 4. Generation der RAF Gewalt als legitimes Mittel für den Kampf gegen das kapitalistische System angesehen. Die Brutalität, mit der vorgegangen wird, stellt alle Mitglieder auf eine Zerreißprobe, bei der schließlich einer aussteigt. Als Martin erkennt, dass sie mit ihren Aktionen nur der Linken schaden, beschließt er den gefangenen Textilfabrikaten zu befreien. Doch die Befreiung geht schief und sowohl er als auch der Fabrikant werden erschossen.
Der Film setzt dies alles sehr realitätsnah und actiongeladen um. Aus diesem Grund werden viele Szenen mit der Handkamera gedreht, um nah am Geschehen zu sein. Dadurch entsteht ein sehr dichtes und gewaltgeladenes Bild, das den Zuschauer emotional auflädt. Es schmerzt, wenn Menschen gequält und getötet werden. Die Frage, wie weit man bei einer politisch motivierten Aktion gehen darf, wird somit direkt an den Zuschauer herangetragen. Auch wenn die Protagonisten für hehre Ziele kämpfen, wie „Stoppt die Kinderarbeit!“ und „Menschen-würdige Arbeitsbedingungen“, es bleibt doch die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt. Schon John Lennon hat in den 70er Jahren hier bewusst eingelenkt und in seinem Lied „Revolution“ dann doch die „Evolution“ bevorzugt, den Protest und Widerstand mit friedlichen Mitteln.
Den Filmemachern ist jedenfalls mit ihrem Film „Die 4. Genration“ ein starkes Stück Kino geglückt, das aufwühlt und den Zuschauer in jeder Hinsicht mitnimmt. Herzlichen Glückwunsch zu diesem starken Stück Action- und Politkino!

1. Preis in der Kategorie PROFESSIONAL
Wildboar (Benjamin Brand, Johannes Engelhardt, Markus Eschrich, Johannes Lumer, Julius Rosen, Alexander Ochs): „Operation Rising Tusk“ (Nürnberg 2015  // 6 min)
Die USA starten “Operation Rising Tusk”, mit dem Ziel einen Elefanten ins All zu schießen, wo er sich gegen die Raumfahrhündin Laika behaupten muss. (> facebook.com/operationrisingtusk)

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2018

Laudatio:

Dass Russland 1957 eine Hündin namens Laika bei der Mission Sputnik 2 auf eine Erdumlaufbahn geschickt hat, von der sie nicht lebend zurückkam, ist bekannt. Dass aber die Amerikaner einen Elefanten in den Weltraum katapultiert haben, um die Russen zu übertrumpfen, stammt aus dem Reich der Phantasie. Doch der Plot ist genial. Denn die Amis waren ja immer schon ein bisschen größenwahnsinnig, ganz zu schweigen vom derzeitigen Präsidenten, und konnten es nicht auf sich sitzen lassen, dass ihnen die Russen voraus waren. Real haben sie zwar als Antwort auf die russische Mission nur Mäuse in den Weltraum geschickt, aber vielleicht waren es im Sinne alternativer Fakten ja doch Elefanten?
Die Geschichte könnte sich somit so abgespielt haben: irgendwo in Afrika wird ein Elefant gefangen genommen, in ein Raumschiff verfrachtet und kurze Zeit später von der NASA ins All geschickt. Doch da bleibt er nicht lange alleine, denn die russische Hündin Laika, die ja schon vorher im All war, ist ihm auf den Fersen und rammt sein Raumschiff. Nun beginnt ein Zweikampf, bei dem die Hündin schließlich den Kürzeren zieht. Ihre Sauerstoffversorgung wird gekappt und sie droht im All zu ersticken. Doch in letzter Sekunde rettet der Elefant die Hündin, indem er ihr über seinen Rüssel Sauerstoff zuführt. Die Dankbarkeit der Hündin ist riesig und schon bald sieht man beide Händchen haltend im Raumschiff der NASA. Alles wäre super, doch da werden sie von einem noch viel größerem Raumschiff gerammt. Darin sitzt ein Pandabär, den die Chinesen ins Weltraum katapultiert haben.
Ob das gut ausgeht? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass der Film großartig ist und sich die Jury köstlich amüsiert hat. Die Animation ist perfekt, die Story kurz und bündig und der Plot wartet immer wieder mit überraschenden Wendungen auf. So sind Filme gestrickt, die nicht nur Spaß machen, sondern intelligent montiert sind – realisiert von einem jungen Produktionsteam, von dem man sicher noch viel hören wird.
Herzlichen Glückwunsch an Benjamin Brand, Johannes Engelhardt, Markus Eschrich, Johannes Lumer, Julius Rosen und Alexander Ochs von Wildboar Productions zum 1. Preis in der Kategorie PROFESSIONAL.

2. Preis in der Kategorie PROFESSIONAL
Franziska Kabutke: „Echoed“ (Nürnberg 2016  // 6 min)
Vor ein paar Monaten hat Marlen ihren Freund Daniel bei einem Autounfall verloren. Es fällt ihr schwer, dies zu begreifen.

Laudatio:

Zwei, drei Takte Musik. Zwei, drei kurze Schwarzblenden. Ein Knall und zwei tränenglänzende Augen. Mehr braucht es zu Beginn von „ECHOED“ nicht um zu wissen, was der Film von Franziska Kabutke thematisiert. – Trauer, Verlust und der Umgang damit.
Wir sehen eine junge Frau, die den Unfalltod ihres Freundes zu überwinden versucht.
In sorgsam kadrierten Bildern und immer am Blicken der Hauptdarstellerin entlang führt uns die Kamera sehr aufmerksam in die Gefühlswelt der Trauernden ein. Durch die geräuschlose Szenerie wirkt sie so in ihrer Trauer verhaftet als wäre die Zeit für immer zum Stillstand gekommen und nur die energische Aufforderung zu einem unbeschwerten Tanzabend bringt sie zurück in den offensichtlich normalen Alltag. Durch die eindringliche Mimik und das sehr authentische Schauspiel von Corinna Ketter bekommen die Zuschauer die Trauer so eindringlich vermittelt, dass Anteilnahme und Mitgefühl so selbstverständlich werden, als wären sie unmittelbar beteiligt.
Überfordert von den hektischen und bewusst belanglos dargestellten Eindrücken im Tanzclub flüchtet sich die junge Frau in einen Tagtraum. Die unbeschwerte und romantische Szene die in einem schönen Waldstück spielt, fällt nicht nur durch die passend gewählte, spätsommerliche Lichtstimmung auf. Auch der Einsatz von dezenter Slowmotion in Verbindung mit dem Titelsong, weder übertrieben kitschig noch aufdringlich, besticht. Das gesamte Arrangement der Szenerie entwickelt und erhält so einen überzeugenden und deutlichen Kontrast zur wummernd, dröhnenden Club-Wirklichkeit und die kurze Flucht dorthin in den Wald wird nur allzu verständlich.
Doch so wie jeder Tagtraum endet auch dieser und das abrupt.
Ob durch die ausgezeichnete Kameraführung, die perfekt abgestimmte Tonmischung, die gut überlegte Montage oder das überzeugende Schauspiel. Dieser kurze Film beeindruckt, macht betroffen und lässt uns mitfühlen. – Die Jury gratuliert zum zweiten Preis in der Kategorie PROFESSIONAL.

Sonderpreise:

FRANKEN FERNSEHEN KURZFILMPREIS
Sandra Müller: „Gray“ (Schnaittach 2016 // 4 min)
Gray ist in seiner Alltagswelt gefangen. Jeden Tag scheint die Welt für ihn gleich auszusehen, weshalb er täglich ein Stück weit mehr zerbricht.

Laudatio:
Der Wecker klingelt um Punkt 6 Uhr immer und immer wieder. Gefolgt vom stets gleichen tristen Tagesablauf. Fast tranceartig erlebt der Zuschauer die Verbindung von sich wiederholenden Abläufen und träumerischer Musik. Selten hat das tägliche Murmeltier so bedrückend und einfühlsam zugleich gegrüßt, wie in Sandra Müllers Animationsfilm „Gray“.
Der Titel ist Namensgeber für den grauen Alltag, den die Künstlerin am Computer im Alleingang zum Leben erweckt. Immer mehr kann sich der Zuschauer im Laufe des Films mit der namenlosen grauen Hauptfigur identifizieren, die täglich ein Stück weit mehr zerbricht. Man hat sich beinahe schon in der dystopisch anmutenden Welt verloren, bevor am Ende ein überraschender Hoffnungsschimmer aufblitzt und den Zuschauer nachdenklich zurücklässt.
Sandra Müller schafft es, dem Zuschauer in wenigen Minuten Themen wie Urbanisierung und Burnout nachhaltig näherzubringen. Ihre erste und hoffentlich nicht letzte Produktion ist der Jury eine Auszeichnung für den besten Kurzfilm des Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals 2017 wert!

MUSIKCLIP-PREIS
Kilian Reil: „#zweiraumsilke – Maria de la Tinder“ (Erlangen 2016 // 5 min)
Ein junger Mann wird mit einer Dating-App auf eine junge Frau aufmerksam. Sie wickelt ihn gekonnt um den Finger. Musikclip (> Clip auf  YouTube)

Laudatio:
„Maria de la Tinder“ ist der Song der Erlanger Band #zweiraumsilke, der die Grundlage für diesen hervorragenden Videoclip von Kilian Reil bildet. #zweiraumsilke – das ist eine Mischung aus deutschsprachigem Hip-Hop und Soul mit jazziger Note, anspruchsvoll arrangiert. #zweiraumsilke – das sind elf junge Musiker und eine Musikerin, die mit jeder Menge unbekümmerter Planlosigkeit, Quatsch und einer gesunden Portion Selbstironie daherkommen.
Eigentlich ist Kilian Reil ja Fotograf. Kein Wunder also, dass sein Clip im Kern aus lauter einzelnen, arrangierten Fotos in Stop-Motion-Technik besteht. Während man sonst die Stop-Motion-Technik eher z.B. im Zeichentrickgenre sieht, läuft hier alles mit realen Figuren ab. Diese Figuren sind die Mitglieder der Band, die mit ihrem Song „Maria de la Tinder“ das Genre der Dating-Apps gehörig auf die Schippe nehmen.
Flott und originell wie der Song kommt auch der Clip daher. Die überbordende Spielfreude der Band und die explosive Melange zwischen messerscharfem Gebläse und verspieltem Salsarhythmus nimmt der Clip perfekt auf und überträgt sie punktgenau in bewegte Bilder. Mit viel Kreativität und Liebe zum Detail hat Kilian Reil die einzelnen Szenen choreografiert und abfotografiert. Da fliegen schon mal augenscheinlich Menschen durch die Luft, finden wilde Verfolgungsjagden mit dem Hometrainer über Wohnlandschaften statt oder wilde Tauchgänge in den Untiefen der Tinder-Welt.
Am Ende weiß man nicht, ob sich die Protagonisten gefunden haben. Der letzte Klick bleibt offen, genauso wie die Frage über Sinn oder Unsinn von Dating-Apps. Unzweifelhaft aber ist das hohe Niveau dieses wunderbaren Videoclips, der der Jury den MUSIKCLIP-PREIS beim Mittelfränkischen Jugendfilmfestival 2017 wert ist.

WEBVIDEOPREIS
Julian Schäfer, René Herklotz, Esra Degerli: „Mauern im Kopf“ (Nürnberg 2016 // 2 min)
In einer Bar sitzen sich zwei junge Männer gegenüber, nicht ganz frei von Vorurteilen. (> Video auf  YouTube)

Laudatio:
Vorurteile – ein jeder kennt sie, ein jeder hat sie. Sie sind unsere Begleiter im Alltag. Auch wenn wir uns fest vornehmen, Vorurteilen keine Chance zu geben, tappen wir doch immer wieder in die Falle, Menschen in Schubladen zu stecken.
Der Clip „Mauern in Kopf“ von Julian Schäfer, Rene Herklotz und Esra Degerli führt auf sehr anschauliche Weise vor Augen, wie uns Vorurteile den Blick auf unser Gegenüber verstellen.
Der für YouTube produzierte Clip ist ein Teil der Kampagne „Aktiv gegen Vorurteile“, die gezielt auf dieses Problem aufmerksam machen soll.
Die Jury ist der Meinung, dass dies den Machern sehr gut gelungen ist. Sie greifen das Thema mit Humor auf und lassen sogar Steine regnen. Die Kulisse ist mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und die Schauspieler agieren mit viel Spielfreude.
Ein gelungener kleiner Clip für das Netz zum Thema Vorurteile, der hoffentlich viele Menschen zum Teilen animiert.
Wir freuen uns sehr, Julian Schäfer, Rene Herklotz und Esra Degerli den WEBVIDEOPREIS des 29. Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals zu übergeben!

PUBLIKUMSPREIS
Mesh Pit: „Bug City – Behind the Screens“ (Oberasbach 2016 // 10 min)
Eine Reise ins Innere deines Computers, in dem es düsterer zugeht als du ahnst.
(> Film auf YouTube)

Lobende Erwähnungen:

LOBENDE ERWÄHNUNG [1]
Earl Enis Kanke und Tim Händel: „Deine Mutter – Anaconda“ (Fürth 2016 // 4 min)
A nameless threat. And a group of galant men against it. Musikclip zum Lied “Anaconda” von Deine Mutter. (> Clip auf YouTube)

Laudatio:
Eine wirklich wunderbare, wilde Zusammenstellung wahrer Prototypen von Machohelden der Filmgeschichte – von der Steinzeit über die Ritterzeit bis zum Bierzelt – erwartet hier den Betrachter. Die fein abgekupferten Filmhelden streifen durch die heimischen Steinbrüchlein und Wälder als sei es das ferne Amazonien.
Schön eingeführt wird der musikalisch ironische Auszug aus einem Heldenepos durch eine Kamerafahrt über vermeintliche Höhlenmalereien. Überhaupt ist die Kamera sehr schön geführt und die Helden schön drapiert. Natürlich geht es in der Geschichte darum, das große Ungetüm zu erledigen, das vorher noch niemand erledigen konnte, hier in Form einer digital generierten Riesenschlange. Doch im Gegensatz zu ihren realen Vorbildern agieren die sympathischen Helden nicht als Egomanen, sondern arbeiten immerhin zusammen und bringen so das Ungeheuer zur Strecke. Das alles geschieht so rhythmisch, ideenreich und vergnüglich, und so wunderbar zur Musik geschnitten, dass daraus ein wirklich schöner Musikclip entstanden ist.
Wir würden mit Freuden berichten, dass die Band bald wieder live zu erleben sein wird, doch leider gibt es die Band mittlerweile nicht mehr. Dann wollen wir diesem gelungenem Musikclip, und damit jedem einzelnen Helden der Band „Deine Mutter“ wenigstens durch diese lobende Erwähnung einen großen Glückwunsch mit auf den weiteren abenteuerlichen Weg geben.

LOBENDE ERWÄHNUNG [2]
Eichendorffschule Erlangen: „Smombie 2035“ (Erlangen 2016 // 20 min)
In der Zukunft leben die Menschen in einer technisierten Welt, in der Mobilgeräte die einzige Schnittstelle für zwischenmenschliche Kommunikation darstellen. (> Film auf YouTube)

Laudatio:
„Smombie“, eine Kreuzung der Wörter Smartphone und Zombie, war nicht nur das Jugendwort des Jahres 2015, zumindest laut Langenscheidt-Verlag, sondern ist auch der Titel des hervorragend inszenierten Filmes der Übergangsklassen 7 und 8 der Erlanger Eichendorff-Mittelschule.
Wir schreiben das Jahr 2035. Stimmungsvoll mit leiser Klaviermusik zieht uns der Film ins Geschehen hinein. In schwarz gekleidete Schülerinnen und Schüler starren wortlos in ihre Tablets und Handys und wirken wie ferngesteuert. Auf Kommando laden die Smombies an einer Station ihre Akkus auf, doch bei einer Schülerin geht etwas schief. Als Meltem nach einem Stromschlag wieder erwacht, hat sie ein anderes Bewusstsein. Die vorher in blassem blau gehaltenen Farben des Films werden satter und auch Vogelgezwitscher ist zu hören. Meltem muss feststellen, dass alle Mitschülerinnen wie ferngesteuerte Zombies ohne eignes Bewusstsein vor sich hin lernen und versucht, ihre Freundin Emilia aufzuwecken. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, mit weiteren Freundinnen und Freunden, die sie aus der Trance wecken, alle Mitschülerinnen und Mitschüler zu befreien. Dabei erleben sie viele Abenteuer.
Selten hat man ein so ambitioniertes Schulprojekt gesehen. In engli-scher Sprache haben die Schulklassen eine spannende Story rund um ein Thema mitten aus ihrer Lebenswelt gegriffen, indem sie das Medium Smartphone in den Mittelpunkt stellten.
Mit einem flammenden Plädoyer für das reale Leben in einer realen Welt geht dieser engagierte Film zu Ende, nicht ohne am Schluss noch die virtuelle Welt mit der realen Welt zu versöhnen.
Diese großartige Leistung ist der Jury des 29. Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals eine LOBENDE ERWÄHNUNG wert.

Jury:


Zu den Jurys

Eine VORJURY, die sich aus Vertretern der Veranstalter und Jugendlichen zusammensetzt, sichtete nach dem Einsendeschluss drei Tage lang alle eingereichten Produktionen und stellte das Festivalprogramm zusammen.

Später tagte die PREISJURY, welche die Preisträger bestimmt. Ihr gehörten Fachleute aus den Bereichen Film, Fernsehen und Medienpädagogik an sowie Jugendliche im teilnahmefähigen Alter.

Der WebVideoPreis wurde von einer eigenständigen Webvideo-Jury ausgewählt.

Die Prämierungen durch die Jurys spiegeln deren Meinung wider, die Ergebnis der Diskussionen der einzelnen Produktionen ist. Nicht prämierte Produktionen sollen nicht abgewertet werden! Sie machten des Festival zu dem interessanten und unterhaltsamen Ereignis, das es war und sind wichtiger Bestandteil jugendlicher Medienproduktion und Sichtweisen!

Die Jurymitglieder

Der Jury des 29. Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals gehören an (von links nach rechts):

  • Jonas August(17, Jugendvertreter) – Schüler
  • Günther AnfangMedienpädagoge, JFF – Institut für Medienpädagogik
  • Detlef MenzkeJugendamt Nürnberg
  • Chistiane SchleindlMedienpädagogin, Filmhaus
  • Klaus Lutz(Juryleitung) – Pädagogischer Leiter des Medienzentrums PARABOL
  • Benjamin JungblutRedaktion, Moderator, Franken Fernsehen
  • Andreas HolzmüllerEditor, Medienwerkstatt Franken


Die WebVideo-Jury

  • Govinda KestelSchüler
  • Franka NeuhauserSchülerin

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Die Preiskategorien 2017:

HAUPTPREISE

Die Jury vergibt in drei Kategorien jeweils zwei Hauptpreise.
Die Preisträger werden von der Jury mit dem Mittelfränkischen Jugendfilmpreis, einem Geldpreis, sowie einem ‘Lobo’ (Preistrophäe) ausgezeichnet.
Die ersten Preise der drei Hauptpreiskategorien und ein weiterer von der Jury ausgewählter Preisträgerfilm qualifizieren sich außerdem für das BAYERISCHE KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL, das 2018 in Roth stattfindet.
Daneben kann die Jury “Lobende Erwähnungen” aussprechen, die mit einem Sachpreis (z.B. Kino- oder Konzertkarten) honoriert werden.

  • Hauptpreis – Coming up
    In der Kategorie „Coming up“ werden zwei Hauptpreise an jüngere Teilnehmer*innen mit wenig Vorerfahrung vergeben.
    Die Preise werden gestiftet vom Jugendamt der Stadt Nürnberg.
  • Hauptpreis – Talent
    In der Kategorie „Talent“ gibt es zwei Hauptpreise für Teilnehmer*innen mit Erfahrung bzw. über 18 Jahre.
    Die Preise werden gestiftet vom Kreisjugendring Nürnberg-Stadt.
  • Hauptpreis – Professional
    Die Kategorie „Professional“ richtet sich an Teilnehmer*innen mit einschlägiger Ausbildung/ Studium im Bereich Film.
    Die Preise werden gestiftet vom Förderverein Filmhaus Nürnberg und Filmbüro Franken – Verein für die freie Filmszene.

SONDERPREISE

Diese Sonderpreise gab es beim 29. Mittelfränkischen Jugendfilmfestival*:

  • Franken Fernsehen Kurzfilmpreis
    In der Kürze liegt die Würze.
    Franken Fernsehen stiftet einen Preis für den besten Kurzfilm mit einer Länge von maximal fünf Minuten.
  • Musikclip-Preis
    Musikvideos lassen sich mit anderen Kurzfilmen schwer vergleichen und bilden ein ganz eigenes, aber jugendkulturell bedeutsames Genre.
    Daher vergibt die Jury einen Sonderpreis für den besten Musikclip.
  • WebVideoPreis
    Zum zweiten Mal wird beim Mittelfränkischen Jugendfilmfestival der Mittelfränkische Jugend-WebVideoPreis verliehen. Eine eigene Webvideo-Jury prämiert die ihrer Meinung nach beste Webvideo-Produktion. Hierzu zählen insbesondere klassische und neue YouTube-Formate.
  • Publikumspreis
    Auch die Zuschauer können einen Preis vergeben und mit Stimmzetteln ihren Lieblingsfilm aus dem Programm wählen. Der Publikumspreis wird gestiftet vom Förderverein Evangelische Medienzentrale Bayern.

*) Der Jury steht es frei, einen Sonderpreis nicht zu vergeben, wenn es nach Ansicht der Jury in der jeweiligen Kategorie zu wenige oder keine preiswürdigen Einreichungen gab.