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Die Preisträger 2016

Preisträger | Jury | Preiskategorien | PDF


Die besten Beiträge wurden von einer unabhängigen Jury mit dem Mittelfränkischen Jugendfilmpreis, einem Geldpreis, sowie einem ‘Lobo’ ausgezeichnet. Ausgewählte Filme qualifizieren sich außerdem für das BAYERISCHE KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL, das vom 16. bis 19. Juni 2016 in Ingolstadt stattfindet.

Nähere Infos zu den Jurys und den Preiskategorien findet ihr unten.

Für Infos zu den Preisträger-Filmen einfach auf den entsprechenden Preis klicken.

Hauptpreise:

1. Preis in der Kategorie COMING UP
Sara Bergmann, Jonas Möller, Pauline Pertlwieser und Susanna Zottmann: „Liebespaar am Fenster (Kurt Tucholsky)“ (Büchenbach 2015 // 3 min)
Ein Gedicht über die Vergänglichkeit der modernen Liebe – jedenfalls nach Interpretation der Filmgruppe.

Laudatio:
“Dies ist ein Sonntagvormittag; / wir lehnen so zum Spaße / leicht ermüdet zum Fenster hinaus / und sehen auf die Straße. / Die Sonne scheint. Das Leben rinnt. / Ein kleiner Hund, ein dickes Kind …”
So beginnt Kurt Tucholskys 1928 verfasste Gedicht „Liebespaar am Fenster“, in dem es um die Vergänglichkeit der Liebe geht. Ein melancholisches und bedrückendes Gedicht, das die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse, Sara, Pauline, Jonas und Susi aus Büchenbach sehr stimmig umgesetzt haben.
Angefangen von der Wahl des Drehorts bis hin zur Inszenierung wird Tucholskys Gedicht in eindrucksvollen Bildern in Szene gesetzt. So werden die einzelnen Strophen von verschiedenen Mitgliedern der Filmgruppe vorgetragen und jeweils in unterschiedlichen Settings platziert.  Dadurch wird das Gedicht nicht nur bebildert, sondern bekommt eine neue, filmische Qualität, die der eigenen Interpretation aber noch viel Raum offen lässt.
Schauplatz der Gedichtinterpretation ist ein altes verfallenes Haus. Hier werden die einzelnen Szenen in den unterschiedlichen Räumlichkeiten mit den zur Verfügung stehenden Requisiten inszeniert und sehr treffend interpretiert. Tucholskys Gedicht wird dadurch noch bedrückender und lässt den Zuschauer mit einem leichten Schauder zurück. Ein Schauder, der einen nicht so leicht los lässt und die Vergänglichkeit der Liebe nachhaltig vor Augen führt.
Das überzeugte auch die Jury, weshalb sie dem Film einstimmig den ersten Preis in der Kategorie COMING UP zuerkannte. Herzlichen Glückwunsch!

2. Preis in der Kategorie COMING UP
Melisa Özdil, Martina Majcen und Victoria Wetzel: „Ich bin ein Muslim, kein Terrorist“ (Bad Windsheim 2015 // 16 min)
Kurzdokumentation über die Gleichheit von Menschen unabhängig von der Religion, die helfen soll, Vorurteile gegenüber Muslimen abzuschaffen.

Laudatio:
Ein Thema, das heute wie schon seit Jahren aktuell ist: Immigration in ein anderes Land, eine neue Gesellschaft. Und nicht nur die, auch allgemein das „Anders sein“, eine andere Abstammung oder Religion zu haben ist leider viel zu häufig der Auslöser für Konflikte.
Melisa Özdil, Martina Majcen und Victoria Wetzel, drei Schülerinnen aus Bad Windsheim, möchten mit ihrer Dokumentation „Ich bin ein Muslim, kein Terrorist“ dem Problem auf den Grund gehen. Sie packen den Auslöser, nämlich die (mangelnde) Aufklärung, beim Schopfe und lassen uns die andere Seite des Konflikts vernehmen. Zielgerichtet stellen sie Fragen an Muslime in Nürnberg. Egal ob Immigrant, alt, jung, männlich oder weiblich, sie alle haben Antworten. Antworten, die so gar nicht an die Hasspredigten einiger „besorgter“ deutschen Bürger erinnern. Die Befragten erzählen, wie sie zu ihrem Glauben stehen, was für sie das Wichtigste im Leben ist und ob sie sich in Deutschland wohl fühlen. Es wird dabei sehr schnell klar, dass sie sich sehr stark von radikalen Gruppen wie dem IS distanzieren und ihr Glaube für sie etwas ganz anderes bedeutet.
Melisa, Martina und Victoria geben tausenden von Muslimen Gesichter und Geschichten, geben ihnen die Chance darüber zu reden, dass der Islam nicht das ist, was der IS und andere Terroristen aus ihm machen. Denn viel zu wenig hört die „besorgte“ deutsche Bevölkerung den bereits hier um sie herum lebenden Muslimen zu.
Für ihr Engagement und die Fähigkeit, die richtigen Fragen an die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu stellen, die Defizite zu sehen und direkt etwas zu TUN verdienen die drei Mädels und ihre Dokumentation „Ich bin ein Muslim, kein Terrorist“ einen Preis. Und zwar den 2. Preis in der Kategorie COMING UP. Gratulation!

1. Preis in der Kategorie TALENT
Brown & Blonde: „Mordsmäßig“ (Nürnberg 2015 // 19 min)
Zwei Tänzerinnen wurden umgebracht. Der Angeklagte kann sich allerdings an nichts mehr erinnern… Was ist Wirklichkeit, was Illusion?

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2016

Laudatio:
Bereits der Vorspann zieht den Rezipienten ins Geschehen hinein. Eine Szene in einem Foyer, gefilmt aus einem offenen Fahrstuhl, macht den Auftakt. Nach dem Schnitt findet man sich in einem Flughafen wieder.  Unterlegt von einem treibenden Soundtrack  baut der Film in schnellen Schnitten unweigerlich Spannung auf.
Nach dem Vorspann verläuft die Handlung wie an der Schur gezogen. Präzise Dialoge, ein Verhörraum in einem kalten Blau gezeichnet, Rückblenden, teils mit Handkamera im Stakkatostil und immer wieder ein passend unterlegter Soundtrack sind die Stilelemente dieses gelungenen Films. – Das Verhör entwickelt sich zu einem packenden Psychodrama zwischen den Protagonisten, denen eine hervorragende schauspielerische Leistung zu bescheinigen ist. Nachdem „Herr Seifert“ gebrochen ist, macht ihm die Kommissarin ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Neudeutsch würde man von einer Win-Win-Situation sprechen. Dass das Ganze ein gut eingefädelter Fake war, lässt sich zwar vermuten, wird aber erst im Abspann aufgelöst – Tatort diesmal: Grenoble. – Anouk Elias und Ihrem Team, allen voran Drehbuchschreiber Dominik Meyer ist mit „Mordsmäßig“ ein wirklich feiner Kurzfilm gelungen, der Lust macht auf mehr. Die Jury freut sich, den Film mit dem ersten Preis in der Kategorie TALENT auszuzeichnen und ihn damit auch für das BAYERISCHE KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL zu nominieren.

2. Preis in der Kategorie TALENT
Heiko Jungkunz: „The Final Sequence“ (Dachsbach 2015 // 19 min)
Ein Regisseur ist mit der Leistung seiner Schauspieler nicht zufrieden. Doch um zu bekommen, was er will, überschreitet er jede Grenze.

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2016

Laudatio:
Eine Warnung zu Beginn: Achtung Jugendschutz – wir sind gefährlich!
Der Einstieg mit wunderbaren Naturaufnahmen suggeriert zunächst Friede und Harmonie und lässt zugleich die filmischen Fähigkeiten von Heiko Jungkunz erkennen. Doch sind bereits diese Bilder untermalt durch einen bedrohlich wirkenden Soundtrack und schon die nächsten Bilder bestätigen es:  In bester Tarantino-Manier krabbelt ein blutverschmierter Protagonist durch den Staub. Leider halten die Schauspieler nicht das, was sich der Regisseur verspricht. Also lässt er sich für „The Final Sequence“ etwas anderes einfallen.
Szenenwechsel: Ein junger Mann rettet die Ehre einer jungen Frau, indem er dem Täter, nun ja, den Kopf eintritt und wird dabei beobachtet, gekidnappt und soll nun eben jene „Final Sequence“ zu Ende spielen. Dabei entwickelt der „Regisseur im Film“ eine süffisante morbide Attitüde mit Anklängen an Christoph Waltz.
Schließlich rasen die Autos der Protagonisten aufeinander zu und kollidieren frontal. Der Regisseur hat nun seine Final Sequence“ auch wenn er diese nicht überlebt. Eine wirklich makabere Story, von Multitalent Heiko Jungkunz, der neben Regie und Hauptdarsteller auch noch viele weitere Aufgaben meisterte,  gekonnt umgesetzt.
Diese Leistung war der Jury den zweiten Preis in der Kategorie TALENT beim Mittelfränkischen Jugendfilmfestival 2016 und die Weitergabe zum BAYERISCHEN KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL wert.

1. Preis in der Kategorie PROFESSIONAL
Bernd Macht Filmproduktion: „Alles renkt sich wieder ein!“ (Altdorf 2015 // 27 min)
Deutschland in der Krise. Wirtschafts- und Sozialsysteme brechen zusammen, eine Revolution naht. Mitten im Chaos befindet sich Schulze, ein spießbürgerlicher Mittfünfziger. (> Trailer auf Vimeo)

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2016

Laudatio:
Dieser Film ist so anarchistisch wie außergewöhnlich und zieht sogar die derzeitigen gesellschaftspolitischen Ereignisse in seine intelligente und künstlerisch spannend umgesetzte Tour de Force mit ein.  Politisches miteinzubeziehen in einen fiktionalen Film ist selten geworden.
Der Film ist ein berauschender Ritt durch kitschige wie triste Farben, Klischees, Träume und Alpträume über den derzeitigen Zustand unseres Landes. Zusammengehalten durch eine Liebesgeschichte, die zwar aus dem wilden Design Rausch der Nachkriegsklischees schöpft, aber dennoch den Betrachter erreicht. Und das ist die Kunst des Filmes, dass es ihm gelingt spannend und intelligent zu bleiben und dennoch emphatisch. Mit den Klischees zu spielen, aber sich nicht darin zu verlieren. Was sicher auch an der wunderbaren darstellerischen Leistung seiner Protagonisten liegt.
Trotz seiner explosiven Fülle an Ideen ist er zu einem runden Film geraten, der seinen ganz eigenen Stil hat. Von den Ideen, über die Darstellung, die Kamera, die Ausstattung, die Montage bis hin zum Sounddesign ist es ein schneller wie auch meisterlich umgesetzter Film, der die Jury so überzeugt  hat, das sie Bernd Macht und seinem Team dieses Jahr die höchste Auszeichnung im Bereich Professional verleiht.
Auch wenn wir den Filmemacher anscheinend schon an die Hessen verloren haben, freuen uns schon sehr auf weitere Filme von der Bernd Macht Filmproduktion und wünschen Regisseur wie Team auch weiterhin viel Erfolg.

2. Preis in der Kategorie PROFESSIONAL
Schwarze Schafe Team (Magdalena Kugler): „Schwarze Schafe“ (Buckenhof 2015 // 16 min)
Eine junge Frau besucht eine Familienfeier. Hinter dem Idyll liegt etwas Unausgesprochenes, über das alle schweigen und doch jeder etwas zu wissen scheint.

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2016

Laudatio:
Wir folgen in der Geschichte einer jungen Frau zu einer Familienfeier. Während des Festes werden die Abgründe spürbar, die sich hinter der  idyllischen Fassade verbergen. Die Idylle ist so perfekt, dass jeder, der sie durchdringen wollte, zum schwarzen Schaf werden muss, so die Befürchtung auch des Betrachters.
Missbrauch innerhalb der Familie war schon oft Thema in Filmen. Doch so emphatisch wie in diesem Film wurde dies noch kaum erzählt. Ob Bild, Ton, Schnitt oder Schauspiel: Schaut man sich den Film an, wird man Mühe haben genau darauf zu achten, weil der Film die Zuschauer in seinen Bann zieht. Weil die Meisterschaft darin besteht, dass man eben zunächst nicht darauf achtet, wo der Schnitt gesetzt wurde, wo das Licht, wie der Ton. Wir haben allerdings darauf geachtet und stellen großes Können fest. Das Sounddesign, wenn die Darstellerin in sich hineinhört, ist grandios umgesetzt. Ebenso die Montage.
Besonders beeindruckt hat die Jury das Scrabble-Spiel. Die Idee, die Dramatik  durch das Scrabble-Spiel zu steigern, nicht gesagtes auf dem Spielbrett zu erkennen zu geben, ist geradezu geeignet zu Scheitern. Nicht aber in diesem Film. Von der Idee, über das Spiel, die Einstellung über die Montage ist ein meisterhafter Spannungsbogen entstanden. Dazu die darstellerische Leistung, besonders der Hauptdarstellerin.
Dies war für die Jury ausschlaggebend, den zweiten Preis Magdalena Kugler und Ihrem Team zu verleihen. Dazu gratulieren wir dem Filmteam sehr herzlich, auch der Hochschule Ansbach, die solche Talente hoffentlich noch mehr unterstützt. Wir wünschen ihnen viel Glück und sind auf weitere Filme sehr gespannt.

Sonderpreise:

SONDERTHEMA INKLUSION “ANDERS IST NICHT GIFTIG”
Agnes Lengenfeld: „Zwei Welten“ (Fürth 2015 // 25 min)
Betty ist völlig unzufrieden mit ihrem Leben. Dann lernt sie Mayla kennen. Das Flüchtlingsmädchen zeigt Betty, was es bedeutet, dankbar und glücklich zu sein.

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2016

Laudatio:
Zwei Welten, hier die gesicherte Wohlstandsgesellschaft, da die von Fluchterfahrung geprägte unsichere Zukunft in einem fremden Land.
Doch ein gesicherter Wohlstand führt nicht automatisch zu Wohlbefinden. Das muss auch Betty im Film von Agnes Lengenfeld aus Fürth feststellten. Sie ist völlig unzufrieden mit ihrem Leben und nörgelt an allem rum, bis sie Mayla kennenlernt. Das Flüchtlingsmädchen zeigt Betty, was es bedeutet, dankbar und glücklich zu sein.
Damit veranschaulicht uns der Film, dass Menschen, die aus anderen Ländern geflüchtet sind, für uns ein Gewinn sein können. Sie haben sehr viel durchgemacht und wissen, was Lebensqualität ausmacht. Mit ihrer unverrückbaren Zuversicht und ihrem Glauben an eine bessere Zukunft zeigen sie uns Wohlstandsbürgern, die in Geborgenheit und Sicherheit aufgewachsen sind, auf was es wirklich im Leben ankommt. Ihr Mut, sich den Dingen zu stellen, kann auch uns darin bestärken, unser Leben und unsere Zukunft in den Griff zu bekommen.
Agnes Lengenfeld und ihr Filmteam haben dies in sehr schönen Bildern gezeigt u.a. in einer sehr berührenden Ankleideszene der beiden Mädchen Betty und Mayla. Hier wird mit einer Leichtigkeit gezeigt, dass das Leben schön ist, wenn man nur ein bisschen hinschaut und den Augenblick geniest. Denn das Andere ist auf keinen Fall giftig, sondern in jedem Fall bereichernd.
Dies überzeugte die Jury, dem Film „Zwei Welten“ den Sonderpreis zum Thema ANDERS IST NICHT GIFTIG zu geben. Herzlichen Glückwunsch!

FRANKEN FERNSEHEN KURZFILMPREIS
Niklas Ondra: „Aziz“ (Nürnberg 2015 // 6 min)
Der Kurzfilm Aziz erzählt die Geschichte von Menschen, die unmittelbar am Flüchtlingsalltag beteiligt sind.

Nominiert für das Bayerische KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL 2016

Laudatio:
Stilistische Feinarbeit, authentische Schauspieler und ein realistischer Plot: das sind die Zutaten für diesen gelungenen Kurzfilm.
Ein namenloser arabischer Asylsuchender, der in einer Flüchtlingsunterkunft lebt und sich kurz vor Feierabend im Lebensmittelladen nebenan mit dem Nötigsten versorgt, eine Kassiererin, die ihm ein Brot schenkt und ein Pförtner, der ungeduldig auf den Schichtwechsel wartet weil er noch einkaufen muss. Diese drei Protagonisten stehen sich in einer zufälligen Abhängigkeit gegenüber und dennoch ist Anonymität die Überschrift in diesem Film und gerät dadurch zum Stilmittel.
Mit Kapuze über dem Kopf und meist von hinten gefilmt erhält der Flüchtling kein Gesicht und steht so für die große, unbekannte Masse an Hilfesuchenden. – Sein Gegenpart ist der Mann im hell erleuchteten Glaskasten: Der Pförtner, der „kleine Mann“, für den die Flüchtlinge nur „die da ohne Kultur“ sind und der damit bei der anfangs noch freundlichen Kassiererin seinerseits auf Ablehnung stößt.
Das Spiel mit heller und dunkler Szenerie, die ruhig gefilmten Plansequenzen und die sparsam dosierten Schnitte arbeiten die so für den Zuschauer greif- und fühlbare Atmosphäre treffend heraus.
Der Schluss zeigt uns, wie überraschend und doch selbstverständlich kleine Hilfen und Gesten sein können, und am Ende erhält nur einer einen Namen – nämlich Aziz.
Wir gratulieren Bünyamin Tunç und Niklas Ondra zu diesem kleinen Lehrstück und hoffen, dass sie noch viele Zuschauer finden werden.

MUSIKCLIP-PREIS
Ask-the-television-Produktionsteam: „Ask the television“ (Nürnberg 2015 // 3 min)
Musikvideo zum gleichnamigen Lied der Augsburger Band „We Guess“. (> Clip auf  YouTube)

Laudatio:
Der Clip des Produktionsteams um Theresa Setzer setzt den Song „Ask the Television“ gekonnt in Szene.
Zu Beginn führen punktegenaue Close-Up-Schnitte in den Song hinein bis dann die Fernsehgeräte in die filmische Bühne einbezogen werden. Flachbildschirme sucht man vergebens. Die alten Röhrengeräte flimmern und rauschen vor sich hin, dass es eine wahre Freude ist. Passend dazu das braun-goldene Old-School-Ambiente der Farbgebung des Clips, wobei ab und an dezente Farbtupfer gesetzt werden.
Schließlich wird eine Monitorwand hochgestapelt, die an einen Recyclinghof erinnern lässt. Aber siehe da – Plötzlich kommen bewegte Bilder auf die Bildschirme. Jeder Monitor zeigt etwas Anderes, das doch zueinander passt. Die Band wird jetzt in den Bildschirmen perfekt in Szene gesetzt und die Sängerin gesellt sich „live“ zu den Rezipienten auf die Sofas und versucht diese mit in die „Röhre“ hineinzuziehen, sie aus ihrer Lethargie zu reißen, letztendlich ohne Erfolg.
Dieser zwar eher konventionelle aber sehr gelungene Clip für einen eher konventionellen aber ebenso gelungenen Song war der Jury den MUSIKCLIP-PREIS beim Mittelfränkischen Jugendfilmfestival 2016 wert.

WEBVIDEOPREIS
Der trendy Fashionjan (Jan Krebs): „Jans Fashion Blog“ (Fürth 2015 // 3 min)
Fashion ist trendy, sexy, hip und sie hilft uns dabei, zu differenzieren, welche Menschen schön sind und welche hässlich. (> Video auf  YouTube)

Laudatio:
Als Jury für den Webvideopreis des Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals sind wir absolut begeistert von Jans Videokünsten und Fashionista-Qualitäten. Mit seinem Charme und Humor sorgt er nicht nur für grandiose Unterhaltung sondern etabliert noch dazu mit seinen Economy- und Biology-Facts neue Bildungsstandards auf YouTube.
Abgesehen von seiner Kunst, Menschen auf authentische Art zu unterhalten, übt Jan mit einer Leichtigkeit Kritik an der Gesellschaft, ohne dadurch abschreckend oder spießig zu wirken. Dies möchten wir besonders hervorheben, da es nicht immer leicht ist, eine unangenehme Botschaft auf humorvolle und leichte Art zu transportieren.
Mit seinem Videoformat trifft Jan auch in der Webvideo-Welt, die nur so vor Fashion Hauls und Lookbooks strotzt, den Nerv der Zeit und bringt frischen Wind in die Sache.
Wir freuen uns sehr, Jan Krebs den WEBVIDEOPREIS zu übergeben und wünschen ihm ganz viel Erfolg auf seinem weiteren Weg! Stay fabulous! #onfleek
(Die Webvideo-Jury: Mirella Precek & Erik Dorrmann)

PUBLIKUMSPREIS
Julian Witusch: „Lego Evolution“ (Nürnberg 2015 // 9 min)
Die Entwicklung des Lebens –
ein Lego Brickfilm.
(> Film auf YouTube)

Lobende Erwähnungen:

LOBENDE ERWÄHNUNG [1]
Klasse 8cGM MS Soldnerstraße Fürth (Schuljahr 2014/15): „If I Lose Myself“ (Fürth 2015 // 21 min)
Nachdem Anna Marco kennenlernt, verändert sie sich so, dass sie immer mehr die Kontrolle über ihr Leben verliert.

Laudatio:
Was macht man wenn der Typ, auf den man steht, bei der Party plötzlich mit einer anderen tanzt? Was tut man wenn man beim Shoppen ein umwerfendes Kleid sieht, aber zu wenig Geld dabei hat? Oder wenn man es an einem Abend mit dem Alkohol übertrieben hat und das nun alle aus der Klasse wissen? Mit diesen und anderen Problemen aus dem Leben eines Teenagers beschäftigt sich die damalige Klasse 8cGM der Mittelschule Soldnerstraße Fürth in ihrem Film „If I Lose Myself“.
Die Protagonistin Anna muss auf die harte Tour lernen mit diesen Problemen umzugehen und greift dabei zu dem ein oder anderen falschen Mittel. Ihre Freunde jedoch helfen ihr dabei, sich unterwegs nicht selbst zu verlieren und wieder auf den richtigen Pfad zu gelangen. Aus den Augen eines Teenagers erlebt das Publikum was es heißt, sich den Hürden des Lebens zu stellen und wie sich das ein oder andere Drama als Test entpuppen kann. Denn gerade in diesem lern- und änderungsintensiven Lebensabschnitt ist es am besten, seine Freunde an seiner Seite wissen.
Und das wissen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8cGM, denn sonst hätten sie keinen derartig inhaltsträchtigen Film von sage und schreibe 21 Minuten Länge in den Kasten bekommen.
Dazu herzlichen Glückwunsch und eine Lobende Erwähnung, bleibt dran und macht weiter so!

LOBENDE ERWÄHNUNG [2]
HazePaw: „Im letzten Moment“ (Erlangen 2015 // 11 min)
Zoe liegt aufgrund eines Unfalls im Koma. Doch was wäre passiert, wenn sie nicht über die rote Ampel gelaufen wäre? Was wäre passiert, wenn sie gerettet worden wäre? (> Film auf YouTube)

Laudatio:
Eine vorbeiziehende Decke, ein Krankenhausgang, das verletzte Gesicht einer jungen Frau, angeschlossen an Beatmungsschläuche. Alles in einer blauen, kalten und abweisenden Lichtstimmung gehalten.
Diese Bilder stehen am Anfang des Kurzfilms „Im letzten Moment“ von Navdeep Pawar und Victoria Hazebrouck – die Perspektive einer jungen Frau, die nach einem Unfall im Koma liegt. Dabei durchlebt sie die Minuten vor dem Unfall noch einmal, doch diesmal wird sie im letzten Moment von einem jungen Mann gerettet.
Es entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte, bis klar wird, dass der vermeintliche Retter in Schwarz den Tod symbolisiert und jede Annäherung sie nur ihrem Ende näher bringt.
Der geschickte Wechsel der Farbstimmung, dezente Symbolik, weiche Farbblenden und der Rhythmus der Schnitte machen den letzten Kampf der jungen Frau regelrecht spürbar aber zugleich wohl auch erträglicher. Untermalt von melancholischer Musik bedeutet der finale Kuss Anfang und Ende zugleich.
Am Ende dieses Films mag sich der Eine oder die Andere denken: Wenn ich schon gehen muss, dann doch bitte auch in solch charmanter Begleitung.

LOBENDE ERWÄHNUNG [3]
Julian Witusch: „Lego Evolution“ (Nürnberg 2015 // 9 min)
Die Entwicklung des Lebens – ein Lego Brickfilm. (> Film auf YouTube)

Laudatio:
Die Entwicklung des Lebens…  Die Entwicklung des menschlichen Lebens…  Die Evolution…
Die Geschichte der Evolution kennen sicherlich viele aus dem Unterricht.
Ich persönlich habe dieses Thema noch so in Erinnerung: Ich schau auf die Folie, schreib ab, schau einmal kurz ins alte Buch, schau aus dem Fenster und am Ende der Stunde bin ich froh, dass es rum ist.
Nun gibt es aber auch Menschen, die können die Geschichte der Evolution ohne Worte in 9 Minuten mit einem süßen kleinen Animationsfilm erzählen.
Man merkt, dass dieser Film mit viel Liebe zum Detail erarbeitet wurde. Die kleinen spritzenden Wasserpartikel oder das lodernde Lagefeuer sind mir besonders im Gedächtnis haften geblieben. Auch die passenden Soundeffekte und der flüssige Schnitt, runden den Film sehr gut ab.
Die Geschichte wurde mit Leidenschaft und Spaß erzählt. Viele kleine witzige und liebevolle Details sorgen dafür, dass die 9 Minuten wie im Fluge vergehen. Es ist ein Vergnügen, sich diesen witzigen und charmanten Film anzuschauen. Er bringt einen zum Schmunzeln und erzählt die Menschheitsgeschichte in einem atemberaubenden Tempo ohne, dass man das Gefühl hat etwas verpasst zu haben. Vielen Dank für diesen kleinen, witzigen und kreativen Animationsfilm.

Jury:


Zu den Jurys

Eine VORJURY, die sich aus Vertretern der Veranstalter zusammensetzt, sichtete nach dem Einsendeschluss alle eingereichten Produktionen und stellte das Festivalprogramm zusammen.

Später tagte die PREISJURY, welche die Preisträger bestimmt. Ihr gehörten Fachleute aus den Bereichen Film, Fernsehen und Medienpädagogik an sowie Jugendliche im teilnahmefähigen Alter.

Der Sonderpreis Webvideo wurde von einer eigenständigen Webvideo-Jury ausgewählt.

Die Prämierungen durch die Jury spiegeln deren Meinung wider, die Ergebnis der Diskussionen der einzelnen Produktionen ist. Nicht prämierte Produktionen sollen nicht abgewertet werden; sie tragen zum Gelingen des Festivals bei und sind wichtiger Bestandteil jugendlicher Medienproduktion und Sichtweisen.

Die Jurymitglieder

Der Jury des 28. Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals gehören an (von links nach rechts):

  • Andreas HolzmüllerEditor, Medienwerkstatt Franken
  • Chistiane SchleindlMedienpädagogin, Filmhaus
  • Kimberly Obst(20, Jugendvertreterin) – Studentin
  • Klaus Lutz(Juryleitung) – Pädagogischer Leiter des Medienzentrums PARABOL
  • Günther AnfangMedienpädagoge, JFF – Institut für Medienpädagogik
  • Jan Stefes(15, Jugendvertreter) – Schüler
  • Detlef MenzkeJugendamt Nürnberg

Webvideo-Jury (ohne Bild):

  • Mirella PrecekStudentin, YouTuberin (Mirellativegal)
  • Erik Dorrmann  – Schüler, Jungfilmer

Die Preiskategorien 2016:

HAUPTPREISE

Die Jury vergibt in drei Kategorien jeweils zwei Hauptpreise.
Die Preisträger werden von der Jury mit dem Mittelfränkischen Jugendfilmpreis, einem Geldpreis, sowie einem ‘Lobo’ (Preistrophäe) ausgezeichnet.
Die Gewinner der Kategorien “Talent” und “Professional” und einzelner ausgewählter Sonderpreise qualifizieren sich außerdem für das BAYERISCHE KINDER & JUGEND FILMFESTIVAL, das vom 16. bis 19. Juni 2016 in Ingolstadt stattfindet.
Daneben kann die Jury “Lobende Erwähnungen” aussprechen, die mit einem Sachpreis (z.B. Kino- oder Konzertkarten) honoriert werden.

  • Hauptpreis – Coming up
    In der Kategorie „Coming up“ werden zwei Hauptpreise an jüngere Teilnehmer*innen mit wenig Vorerfahrung vergeben.
    Die Preise werden gestiftet vom Jugendamt der Stadt Nürnberg.
  • Hauptpreis – Talent
    In der Kategorie „Talent“ gibt es zwei Hauptpreise für Teilnehmer*innen mit Erfahrung bzw. über 18 Jahre.
    Die Preise werden gestiftet vom Kreisjugendring Nürnberg-Stadt.
  • Hauptpreis – Professional
    Die Kategorie „Professional“ richtet sich an Teilnehmer*innen mit einschlägiger Ausbildung/ Studium im Bereich Film.
    Die Preise werden gestiftet vom Förderverein Filmhaus Nürnberg und Filmbüro Franken – Verein für die freie Filmszene.

SONDERPREISE

Diese Sonderpreise gab es beim 28. Mittelfränkischen Jugendfilmfestival*:

  • Franken Fernsehen Kurzfilmpreis
    In der Kürze liegt die Würze.
    Franken Fernsehen stiftet einen Preis für den besten Kurzfilm mit einer Länge von maximal fünf Minuten.
  • Musikclip-Preis
    Musikvideos lassen sich mit anderen Kurzfilmen schwer vergleichen und bilden ein ganz eigenes, aber jugendkulturell bedeutsames Genre.
    Daher vergibt die Jury einen Sonderpreis für den besten Musikclip.
  • Sonderthema Inklusion „anders ist nicht giftig“
    Das Sonderthema des BAYERISCHEN KINDER & JUGEND FILMFESTIVALS lautet “anders ist nicht giftig”. Der Film, der sich nach Meinung der Jury am besten mit diesem Thema auseinandersetzt, erhält einen Sonderpreis und eine Nominierung für die Bayerische JUFINALE.
  • WebVideoPreis
    Zum ersten Mal wurde beim 28. Mittelfränkischen Jugendfilmfestival der Mittelfränkische Jugend-Webvideopreis verliehen. Prämiert wurde die nach Meinung der Jury beste Webvideo-Produktion. Hierzu zählen insbesondere klassische und neue YouTube-Formate.
  • Publikumspreis
    Auch die Zuschauer können einen Preis vergeben und mit Stimmzetteln ihren Lieblingsfilm aus dem Programm wählen. Der Publikumspreis wird gestiftet vom Förderverein Evangelische Medienzentrale Bayern.

*) Der Jury steht es frei, einen Sonderpreis nicht zu vergeben, wenn es nach Ansicht der Jury in der jeweiligen Kategorie zu wenige oder keine preiswürdigen Einreichungen gab.