Fremdenzimmer – A strangers’ home

von Lena Gschossmann

2014  •  Dokumentarfilm  •  29:20 Min.  • Schwaben

In dem Dokumentar-Kurzfilm erzählen vier Asylbewerber, die in einer Unterkunft in einem bayerischen Dorf untergekommen sind, von ihren Geschichten, Problemen und Wünschen. Der Film begleitet sie ein wenig durch den Alltag und hält die Situation der Asylbewerber in Bayern Anfang des Jahres 2014 fest. Auch Einheimische finden Gehör, erzählen von dem Umgang mit den Flüchtlingen, Schwierigkeiten und schönen Erfahrungen. Der Film soll als Sprachrohr dienen, diesen Menschen Gehör verschaffen und die Angst vor jenen fremden Menschen hinterfragen.


Es muss nicht immer die große Produktion eines
öffentlich-rechtlichen Senders sein, die eine intensive filmische Dokumentation
hervorbringt. Oft ist der oder die Einzelne einer Geschichte und ihren Akteuren
viel näher und kann authentischer erzählen. Das beweist die 24-jährige Lena
Gschossmann mit ihrem Film FREMDENZIMMER – A STRANGERS‘ HOME. Es geht um das
Schicksal einer Gruppe von Flüchtlingen in der bayerischen Provinz. Gleichermaßen
angekommen wie gestrandet kämpfen die Männer nicht nur mit ihrer Vergangenheit,
sondern auch mit den täglichen Dingen des Landlebens und der Langeweile
zwischen Kirche und Kuhstall. Gezeigt werden auch die Reaktionen der
Dorfbewohner, die sich plötzlich mit den Fremden auseinandersetzen und ebenso
an das gemeinsame Leben gewöhnen müssen. 

FREMDENZIMMER – A STRANGERS‘ HOME schildert die ungeplante
Begegnung verschiedener Kulturen und baut Brücken. Lena Gschossmanns
Einzelproduktion beeindruckt auch visuell. In farbenfrohen, konzentrierten
Bildern fängt die Studentin einzigartige Momente ein und malt unterschiedliche
Bilder von Heimat. Das ihrer eigenen, wo sich Veränderungen scheinbar nur
langsam durchsetzen. Und das der geflohenen Menschen, die alles zurücklassen
mussten und vor der Aufgabe stehen, sich eine neue Existenz aufzubauen.

Eine der wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen
unserer Zeit bricht Gschossmann ungeschönt auf eine alltägliche Ebene herunter.
Auf diese Weise schafft sie einen inhaltlich und künstlerisch herausragenden
Film, der zum Nachdenken anregt. Dies würdigt die Jury mit dem Hauptpreis der
Schwäbischen JUFINALE.

Gewinner Hauptpreis

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