FAME

von Lene Pottgießer und Christian Hödl

2018  •  Spielfilm  •  30 Min.  • München

Ferdi und Tschacki, aufgewachsen in der Tristesse des bayerischen Hinterlandes, teilen den Traum, als Models die Laufstege der Welt zu erobern. Ihr größtes Ziel ist es, an einer Model Casting-Show teilzunehmen und diese zu gewinnen. Im krassen Gegensatz dazu steht ihr unglamouröser Alltag als arbeitslose Landjugend. Werden sie es schaffen auszubrechen und ihre Träume in die Realität umzusetzen? Preisträger flimmern&rauschen 2019 | Kat. 5: Medienhochschule/ junge Professionelle Laudation: Ferdi zieht sich in einem Fernsehstudio für ein Modelcasting Frauenkleider an und läuft auf die Showmasterin zu: “Also wenn er jetzt hierher hergekommen wäre und hätte ausgesehen wie ‘ne Frau, dann hätte ich gesagt ‘Wow! Toller Walk!'”. Doch Ferdi sieht weder aus wie eine Frau, noch wie ein Mann. Der Film “Fame” geht feinfühlig und sensibel mit dem Thema Gender und Geschlechterrollen um und zeichnet seine Charaktere mit großer Liebe. Ohne mit der Moralkeule um sich zu schwingen und der Zuschauerin/dem Zuschauer aufzwängen zu wollen, wie man zu denken hat, schafft es der Film, dass man beim Betrachten die Leinwand anschreien möchte vor Wut und Frustration darüber, welche Gemeinheiten und Häme Ferdi widerfahren. Ausgenutzt von den Medien, unverstanden in der Heimat, verunsichert von Schönheitsidealen und in ein klar zuteilendes, binäres Geschlechterbild gepresst, sehen wir mit Ferdi und seiner Freundin Tschacki zwei unglaublich authentische Charaktere, die es nicht schaffen aus ihrem Gefängnis auszubrechen. Der Film lässt uns fühlen, dass die Beiden mehr sind als das, was uns die Oberflächlichkeit der Medien zeigt und das ist auch seine größte Stärke. Lene Pottgießer und Christian Hödl gelingt mit “Fame” ein toller Streifen, der sehr emotional, reflektiert und lebensnah für Gender und Geschlechterrollen sensibilisiert. Famos!

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