von Team Wartezimmer
2025 • Spielfilm • 12 Min. • Fürth / Mittelfranken
Ein vermeintlich harmloses Gespräch schlägt um in eine Situation, aus der die Protagonistin Lani keinen Ausweg sieht.
Jugend Filmfestival Mittelfranken 2025 | LAUDATIO:
Ein Wartezimmer – ein Ort der Routine, der Neutralität. Doch für die Protagonistin in diesem Film wird es zu einem Ort der Bedrängnis, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt. Eine junge Frau möchte sich ummelden – ein notwendiges Übel. Ein im ersten Moment netter Mann wird mit der Zeit, die im Wartezimmer nicht zu vergehen scheint, immer aufdringlicher. Hilfe von den anderen Wartenden ist nicht in Sicht. Mehr noch – ihr Umfeld signalisiert ihr, dass sie sich nicht so anstellen soll, dass dies eben dazugehöre. In der Hoffnung, endlich am Schalter alles erledigen zu können und diesem Mann zu entfliehen, muss die Protagonistin ihre neue Adresse laut aufsagen – sodass der Mann, der sie bedrängte, diese ebenfalls mitbekommt.
Dieser Film hält uns einen Spiegel vor und zeigt mit ruhigen Bildern, wie allgegenwärtig Übergriffigkeiten noch immer sind. Doch „Wartezimmer“ zeigt dies nicht nur auf, sondern erzeugt das starke Bedürfnis, aufzustehen, sich dazwischen zu stellen und etwas zu unternehmen. Leider erleben immer noch viel zu viele Menschen, vor allem Frauen, Übergriffe – selbst in der Öffentlichkeit. Der Nachhauseweg von einer Party wird zu einem Angstlauf, beim Konzertgedränge werden Grenzen überschritten, und selbst das Warten im Wartezimmer kann zu einer furchtbaren Tortur werden.
Für seinen Mut, seine eindringliche Erzählweise und die gesellschaftliche Relevanz wird „Wartezimmer“ mit dem 1. Preis in der Kategorie TALENT beim Mittelfränkischen Jugendfilmfestival 2025 ausgezeichnet.