Matilda

von LAURA LEGGE – MAX STROH – PAULINE KUHN


2025  •  Spielfilm  •  11 Min.  •  Unterfranken

 

Die aufstrebende Forscherin Matilda Leitner ist gemeinsam mit ihrem Kollegen kurz vor dem Durchbruch ihrer Forschung. Kann sie sich als Frau in diesem männerdominierten Bereich durchsetzten?

JUFINALE Unterfranken 2025 | LAUDATIO:

Der Matilda-Effekt beschreibt die systematische Abwertung und Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft, bei der ihre Leistungen oft ignoriert, abgewertet oder männlichen Kollegen zugeschrieben werden. Das Thema ist bekannt und offenbar weitreichend diskutiert. Deshalb aber ist es nicht weniger aktuell. Der Film Matilda widmet sich dieser Thematik auf mehreren Ebenen, er beschreibt das Problem einerseits rein sachlich, benennt den Effekt zu Beginn des Films und zählt zum Ende hin bekannte Beispiele auf. Das allein sollte uns schon zum Nachdenken anregen. Der Film verdeutlicht uns das Problem aber auch anhand einer beobachtbaren konkreten Geschichte. Geschickt entführen die Filmemacher den Betrachter dabei in ein Labor, welches in einen schwarzen Raum eingebettet dargestellt wird, dessen Grenzen man nicht erkennen kann. Das ist künstlerisch unglaublich geschickt umgesetzt, da diese Darstellung des Labors den Zuschauer in die konzentrierte und auf ein Thema fokussierte Arbeit der Wissenschaftler entführt. Als gäbe es nur den Wissenschaftler und seine Arbeit im Labor. Man könnte aber auch sagen, man wird in einen Raum entführt, der von der Außenwelt nicht wahrgenommen werden kann. In einen Raum, der so undurchschaubar bleibt, dass in ihm auch ein gewisser Missbrauch entstehen kann: der Matilda-Effekt eben. Nun entsteht diese Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft aber nicht nur durch seinen Raum, sondern auch durch seine Akteure. Facettenreich und damit auch gut recherchiert zeigt der Film einzelne Stufen einer Entwicklung von anfänglich gemeinsamer Teamarbeit bis hin zur konkreten Benachteiligung weiblicher Wissenschaftlerinnen: zum Raub von Erfolg.