Conflict – Sirae

von KREDO


2020  •  Spielfilm  •  14 Min.  •  Mittelfranken

Hamudi fühlt sich alleine und hilflos, als eine islamistische Organisation ihn über Social-Media kontaktiert und ihm das Gefühl gibt, ihn zu verstehen. Wie er damit umgeht und was das in ihm auslöst, wird in dem Mix aus Kurzfilm, Musikvideo und Deutsch-Rap erzählt.

33. Mittelfränkisches Jugendfilmfestival 2021 – Sonderthema DIVERSITY

Laudatio: “Hamudi fühlt sich allein und hilflos. Er gehört nicht dazu und wird von Vorurteilen überschüttet, als eine islamistische Organisation ihn über Social Media kontaktiert und ihm das Gefühl gibt, verstanden zu werden. Was das in ihm auslöst, darüber geht dieser Film. Daraus einen Mix aus Kurzfilm, Musikvideo und Deutsch-Rap zu machen, dann noch für das ambitionierte Medienprojekt RISE, das hätte leicht schief gehen können. Hinzu kommt eine Szenerie mit teilweise über 30 Akteuren. Das ist mehr als eine Herausforderung und gelingt nur ganz wenigen Profis. Der Grat zwischen Klischees, gut gemeint und wirklich überzeugend – bei so einem brisanten Thema und der Fülle bereits bestehender Filme zum Thema – ist äußerst schmal. Der Film ist erstaunlich, denn er schafft genau diese Gratwanderung und gerade der Mix macht den Film und seine Botschaft glaubwürdig. Er überzeugt in beiderlei Hinsicht:  Beim Einsatz der Technik und in der Geschichte. Die Choreografie der Geschichte ist gelungen, die gute Kamera, der Schnitt, die schauspielerische Leistung – vor allem von Mohamad Saleh, der lange im Gedächtnis bleibt. Auch das Sounddesign, der Einsatz der Musik und auch das Weglassen. Denn der Mut zum Weglassen ist eine Kunst, um die Dramatik im richtigen Moment hervorzuheben und dem Film den Raum zu geben, eine andere Dimension zu bekommen. Genau diesen richtigen Moment zu erwischen. Das Spiel mit den drei Filmformen gelingt auch mit der Geschichte, weil Nick und Tim Gruber mit ihrem Team nie den Blick fürs Wesentliche verlieren: Das Blickfeld offen zu halten für verschiedene Blickwinkel. Der Film schafft es, jeglichen Extremismus anzuprangern, ohne beliebig zu werden. Es geht nicht um schwarz-weiß, sondern um Diversität und Respekt, nicht banal erzählt, sondern überzeugend. Das hat diesen Film in den Augen der Jury für den Preis für das SONDERTHEMA ‘DIVERSITY’ prädestiniert. Hierzu beglückwünschen wir Nick und Tim Gruber und ihr Filmteam.”